Bremen

Kühne + Nagel: Bauressort weist Kritik zurück

Bremen. Die Diskussion über den geplanten Kühne + Nagel-Neubau gerät zum Streit. Nachdem der Präsident der Bremer Architektenkammer, Michael Frenz, und der Bremer Vorsitzende des Bundes Deutscher Architekten (BDA), Martin Pampus, einen Architektenwettbewerb für den Neubau an der Ecke Martinistraße und Wilhelm-Kaisen-Brücke gefordert haben (wir berichteten), hat sich nun Senatsbaudirektorin Iris Reuther über den Sprecher des Bauressorts zu Wort gemeldet.
25.09.2015, 00:00
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Von Liane Janz

Die Diskussion über den geplanten Kühne + Nagel-Neubau gerät zum Streit. Nachdem der Präsident der Bremer Architektenkammer, Michael Frenz, und der Bremer Vorsitzende des Bundes Deutscher Architekten (BDA), Martin Pampus, einen Architektenwettbewerb für den Neubau an der Ecke Martinistraße und Wilhelm-Kaisen-Brücke gefordert haben (wir berichteten), hat sich nun Senatsbaudirektorin Iris Reuther über den Sprecher des Bauressorts zu Wort gemeldet. Sie sei „ausgesprochen erstaunt“ über das Verhalten der Architekten, so Jens Tittmann.

Das Unternehmen Kühne + Nagel möchte seinen Firmensitz an der Weser vergrößern und hat ein Hamburger Architektenbüro beauftragt, zwei Neubauten zu entwerfen. Der Entwurf wurde am Dienstag in einer öffentlichen Sitzung im Modellraum des Bauressorts vorgestellt. Abgestimmt wurde der Entwurf zuvor in einem Gestaltungsgremium, an dem unter anderem Unternehmensvertreter, die Senatsbaudirektorin und der Landeskonservator teilnahmen.

Grundsätzlich gebe es zwei Vorgehensweisen bei solch großen Bauprojekten, sagte Jens Tittmann. Ein Architektenwettbewerb sei eine davon, ein Gestaltungsgremium, wie es hier zum Einsatz kommt, ein anderes, durchaus übliches Verfahren. Iris Reuther habe vor der Veranstaltung am Dienstag ein Gespräch mit Michael Frenz geführt, in dem sie erklärte, warum es keinen Wettbewerb gebe. Die Unternehmensführung von Kühne + Nagel lehnt solch ein Verfahren ab. Da das Unternehmen größtenteils auf eigenem Grund baue, könne man es nicht zu einem Wettbewerb zwingen, so Tittmann. Das habe die Senatsbaudirektorin dem Kammerpräsidenten auch erklärt. Michael Frenz ist auf Reisen und war kurzfristig für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Beide, Frenz und Pampus, seien zudem vor der Veranstaltung am Dienstag zur nächsten Sitzung des Gestaltungsgremiums im Oktober eingeladen worden und hätten sich bei Erhalt der Einladung schon positionieren können, so Tittmann. Dass ein solches Gremium eingesetzt wurde, habe er vor der öffentlichen Veranstaltung gehört, sagte Martin Pampus. Zu früheren Sitzungen sei er nicht eingeladen gewesen. Die Entwürfe für den Neubau habe er, mit Ausnahme eines Bildes, dass der Weser-Kurier im Januar abgedruckt hatte, bei der Veranstaltung zum ersten Mal gesehen. „Was gezeigt wurde, ist schon sehr detailliert“, sagte Pampus. Es gibt bereits Grundrisse und exakte Maße. Das habe ihn überrascht. Der Architekt betont, dass er den Wettbewerb nicht fordert, um selbst daran teilnehmen und verdienen zu können. Er spreche für den BDA. Die Forderung nach einem Wettbewerb sei „die einhellige Meinung unserer Mitglieder.“

„Wir halten an der durchaus üblichen Form des Gestaltungsgremiums fest“, sagte Jens Tittmann. Es ist vereinbart, dass die Ergebnisse des Gestaltungsgremiums in einem Stadtdialog öffentlich mit Bürgerinnen und Bürgern diskutiert werden.

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