Logistikkonzern

Kühne + Nagel feiert Richtfest am Bremer Standort

An diesem Dienstag wurde das Richtfest für den Bremer Standort von Kühne + Nagel gefeiert. Mit dabei waren Bürgermeister Carsten Sieling und Klaus-Michael Kühne.
16.04.2019, 11:11
Lesedauer: 3 Min
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Kühne + Nagel feiert Richtfest am Bremer Standort
Von Florian Schwiegershausen
Kühne + Nagel feiert Richtfest am Bremer Standort

Bei Kühne + Nagel wurde am Dienstag das Richtfest gefeiert.

Christina Kuhaupt

Es geht voran am neuen Verwaltungsgebäude von Kühne + Nagel in Bremen am Weserufer. Zum Richtfest am Dienstvormittag sind mehr als 50 Gäste aus Wirtschaft und Politik gekommen, aber auch aktuelle und ehemalige Mitarbeiter. Und auch Klaus-Michael Kühne,Mehrheitsaktionär von Kühne + Nagel und Enkel des Firmengründers August Kühne,ließ sich den Besuch nicht nehmen. Für ihn hat der Bremer Standort schon immer eine persönliche Dimension gehabt. Bereits vor den offiziellen Ansprachen hatte er zu Bremens Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) gesagt: „Es ist schön, wenn man weiß, dass man ein Stammhaus hat.“

In seiner Rede sagte er dann: „Die Errichtung des neuen August-Kühne-Hauses ist ein bedeutendes Ereignis in der 129-jährigen Geschichte von Kühne + Nagel in Bremen.“ Es sei ein wichtiges Etappenziel. „Dieser Standort hat für uns eine historische Bedeutung, denn bereits vor 110 Jahren befand sich das Stammhaus der 1890 von meinem Großvater August Kühne und seinem Partner Friedrich Nagel gegründeten Seehafenspedition an der Weser.“

Anders als ursprünglich geplant

Zu den Gästen beim Richtfest gehörten der Aufsichtsratsvorsitzende von Hapag-Lloyd, Michael Behrendt, Hamburgs ehemaliger Finanzsenator Wolfgang Peiner (CDU), Bauunternehmer Walter Hellmich, Bremens Handwerkskammer-Präses Jan-Gerd Kröger und der Hauptgeschäftsführer der Handelskammer Bremen, Matthias Fonger. Kühne hat von der Planung über die Grundsteinlegung bis jetzt den Bau stetig verfolgt.

So scherzte er in seiner Rede in Richtung Bürgermeister Sieling: „Die Stadt Bremen hat einen Grundstücksteil hin zur Weser verkauft – auch wenn der Preis zu teuer war. So haben wir wenigstens etwas für Bremens Stadtkasse getan.“ Der 81-Jährige ließ es sich ebenso wenig nehmen, in Anwesenheit von Senatsbaudirektorin Iris Reuther in einem kurzen Satz die Differenzen über die Baupläne zu erwähnen. Denn jetzt sieht das Gebäude anders aus, als es ursprünglich geplant war.

Schon bei der Grundsteinlegung im Oktober 2017 erwähnte Kühne, dass es Baubehörde und Senatsbaudirektorin Reuther dem Logistikunternehmen nicht immer ganz leicht gemacht hätten. „Das Haus wird ganz anders aussehen, als wir es vorgesehen haben.“ Er sprach von „etlichen Kompromissen zwischen Beamten und Kaufleuten“. Das neue Gebäude werde, wie schon das alte, den Eingang zur Bremer Innenstadt markieren.

Bremens Bürgermeister Sieling sprach die Glückwünsche im Namen der Stadt aus. Das markante Gebäude „wird strahlen und soll strahlen“. Sieling hob die Bedeutung Bremens als „starken Wirtschaftsstandort“ mit Fokus auf Logistik und die Hafenwirtschaft hervor. Spätestens zum Jahresende soll in das neue Gebäude an der Martinistraße, Ecke Wilhelm-Kaisen-Brücke, die Deutschlandzentrale von Kühne+ Nagel einziehen. Die hat seit Januar ihren Sitz in Bremen mit Holger Ketz als neuen Leiter und wurde von Hamburg hierher verlegt. Außerdem wird von Bremen aus die Seefracht gemanagt sowie die Kontraktlogistik. In Hamburg wird dafür dann das Europageschäft gebündelt, wovon ein Teil von Amsterdam an die Elbe umzieht.

Mit Schnapsglas in der Hand

In den Neubau investiert Kühne + Nagel 26 Millionen Euro. Der Gebäudeteil zur Weserbrücke hin wird elf Etagen haben und 44 Meter hoch sein. Es soll von nun an den Eingang zur Bremer Innenstadt markieren. Außerdem entstehen entlang der Martinistraße ein dreigeschossiger Mittelbau und ein weiteres Bürogebäude. Der Gesamtkomplex mit einer Fläche von knapp 14 000 Quadratmetern soll in Zukunft der Arbeitsplatz von 725 Beschäftigten sein. Insgesamt hat der Logistikdienstleister weltweit in mehr als 100 Ländern knapp 82 000 Mitarbeiter.

Auch die Abteilung Region Nord von Kühne+ Nagel wird in das Gebäude einziehen. Dessen Leiter Ralf Miehe erinnerte sich daran, was Klaus-Michael Kühne in der Vergangenheit zu ihm gesagt hatte: "Herr Miehe, sie haben mein Vaterhaus abgerissen. Bauen Sie mir nun ein Neues." Denn Klaus-Michael Kühnes Vater hatte das alte Verwaltungsgebäude 1960 an gleicher Stelle errichten lassen. Als Namen wird das Gebäude aber in Zukunft "August-Kühne-Haus" tragen nach dem gleichnamigen Gründer, der 1890 in Bremen mit seinem Unternehmen begann.

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Mit Schnapsglas in der Hand sagte der Oberpolier Arndt Bister vom ausführenden Bauunternehmen Hellmich in seinem Richtspruch: "Fleißig haben wir geschafft, sowohl mit Geist als auch mit Kraft. So ging es bis zum heutigen Tage, manchmal war es eine Plage. Aus diesem Grund sprech' ich die Bitte aus, zünftig sei der Richtfestschmaus." Dort konnten sich die Handwerker und die Gäste bei Erbsensuppe, Frikadellen, Bockwurst, Nudelsalat und Butterkuchen stärken.

Da griff auch Klaus-Michael Kühne beherzt zu. Er will ab und zu in Bremen vorbeischauen – und nicht nur, wenn Werder gegen den HSV spielt. „Das wird hoffentlich in der nächsten Saison wieder so weit sein“, sagte der HSV-Mäzen Kühne.Spätestens wenn seine neue Deutschlandzentrale zum Jahresende bezogen ist, will er wieder an die Weser kommen.

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