James Rizzi verewigt Märchenfiguren

Künstlerstar malt Bremer Stadtmusikanten

Bremen. Starkünstler James Rizzi hat den Bremer Stadtmusikanten ein neues Denkmal gesetzt. Bürgermeister Jens Böhrnsen präsentierte am Dienstag ein Plakat des New Yorkers. Die Grafik ist allerdings nicht der letzte Streich, den der Popart-Künstler in der Hansestadt vorhat.
02.03.2010, 18:08
Lesedauer: 2 Min
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Von Sebastian Manz

Bremen. Starkünstler James Rizzi hat den Bremer Stadtmusikanten ein neues Denkmal gesetzt. Bürgermeister Jens Böhrnsen präsentierte am Dienstag ein Plakat des New Yorkers, das die vier Gefährten in knalligen Farben zeigt. Die Grafik ist allerdings nicht der letzte Streich, den der Popart-Künstler in der Hansestadt vorhat.

Das Bild der Bremer Stadtmusikanten soll James Rizzi aus reiner Vorfreude angefertigt haben. Ab 21. Mai nämlich findet in der Hansestadt die größte Rizzi-Ausstellung statt, die es jemals gab. Unter dem Titel „Rizzis Welt“ sind dann 1200 Werke des Künstlers sechs Wochen lang in der Messehalle 6 zu sehen. Anlass der Retrospektive ist Rizzis 60. Geburtstag. Veranstalter sind die Wirtschaftsförderung Bremen, die Messe Bremen und die Düsseldorfer Galerie Popular. Kurator der Ausstellung ist Bernhard Feil. Er ist ein persönlicher Freund des Künstlers und besitzt die umfangreichste Rizzi-Sammlung Deutschlands.

Mit seinen farbenfrohen und heiteren Werken hat sich Rizzi in den vergangenen Jahrzehnten eine große Fangemeinde erarbeitet. Bekannt machte ihn seine Verbindung von Malerei und Bildhauerei in seinen filigranen 3D-Grafiken. Später machte er mit großformatigen Gestaltungen von Flugzeugen, Straßenbahnen und ganzen Häuserzügen von sich reden. Seine Arbeiten haben häufig seine Heimatstadt New York und ihre Bewohner zum Inhalt. Die Bremer Ausstellung will Rizzis Schaffen in seiner gesamten Bandbreite darstellen. Neben Bildern und Zeichnungen sollen in der Messehalle ein vom Künstler umgestalteter VW-Beetle, Plattencover, Filme und sogar einem bemalter Ferienflieger von Condor gezeigt werden. Rizzis farbenfrohe Malerei kommt auch bei jungen Betrachtern gut an. Besonderer Schwerpunkt der Ausstellung ist deshalb das Thema Kunst für Kinder. Ein Rahmenprogramm mit zahlreichen Mitmachangeboten soll kleinen Besuchern Rizzis Welt näherbringen.

Die Kunstszene steht James Rizzi gespalten gegenüber. Seine Werke, die häufig geprägt sind von kindlich-naiver Einfachheit, bieten Kritikern geräumige Angriffsfläche. In der Kunstpresse handelte sich Rizzi die Bezeichnung „Urban Primitive Artist“ ("Urbaner primitiver Künstler") ein. Seine Fans stören solche Attacken wenig. Sie feiern Rizzi als den Gutmenschen unter den Künstlern.

Zu Bremen fühlt sich der New Yorker seit Jahren hingezogen. Mehrmals bereits hat er hier Ausstellungen seines Freundes, des Lilienthaler Galeristen Volker Kühn, bestückt. Seine Sympathien für die Hansestadt will James Rizzi übrigens nicht nur in Form des Stadtmusikanten-Portraits ausdrücken. Derzeit arbeitet der Künstler an einem Pop-Art-Bild von Rathaus und Roland. Laut Kurator Bernhard Feil stehen die Chancen gut, dass auch dieses Bild bei „Rizzis Welt“ zu sehen sein wird.

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