Bremer Kultur-Highlight 2011: Lange Nacht der Museen lockt Tausende

Bremen. Historische Experimente, Bollywood-Tanz und kuriose Verrenkungen. Wer einen Museumsbesuch einmal ganz anders erleben wollte, war bei der "Langen Nacht der Bremer Museen" genau richtig. Die hat am Sonnabend Tausende Besucher angezogen.
29.05.2011, 12:26
Lesedauer: 2 Min
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Von Regina G. Gruse

Bremen. Historische Experimente, Bollywood-Tanz und kuriose Verrenkungen. Wer einen Museumsbesuch einmal ganz anders erleben wollte war bei der "Langen Nacht der Bremer Museen" genau richtig. Die hat am Sonnabend Tausende Besucher angezogen. In 15 Bremer Museen konnten sie sich Ausstellungen und Aufführungen bei Nacht ansehen.

Bereits um Viertel vor sechs warten die ersten Besucher vor den noch verschlossenen Domeingang. Das dort aufgehängte Programm kündigt die Aktion „Bilder im Dom werden lebendig“ an. Um kurz nach sechs öffnet sich endlich die schwere Tür und die Besucher strömen hinein. Zielstrebig laufen sie auf das Gemälde zu, das vor dem Dommuseum aufgestellt wurde.

„Der Zinsgroschen“ soll bei der „Langen Nacht der Museen“ als erstes zum Leben erweckt werden. Pastor Peter Ulrich liest die Bibel-Geschichte zu der Rubens-Kopie aus dem 17. Jahrhundert vor, damit sich die sieben Freiwilligen in ihre Rolle hineinversetzen können.

„Bitte überlegen Sie sich einen Satz, den die Person auf dem Bild denken könnte und behalten Sie diesen im Kopf“, sagt Pastorin Ingrid Witte. Alle dürfen ihren Satz noch einmal laut sagen, bevor sie sich sich wie auf dem Gemälde vorgegeben aufstellen. Für das Foto verharrt die Gruppe kurz, dann strömt sie wieder eilig auseinander, denn noch viele weitere Aktionen warteten bereits auf Zuschauer.

Elektrizität im Schulmuseum erleben

Im Schulmuseum kann Elektrizität hautnah erlebt werden. Falk Rieß bittet einen Freiwilligen, sich aufladen zu lassen und dann den kleinen Stromschlag an einen anderen Besucher weiterzugeben. Das ist aber nur eins von vielen Experimenten der historischen Physikstunde.

Der alte Hörsaal ist bis auf den letzten Holzklappstuhl mit jungen und alten Kurzzeit-Schülern besetzt. Die Besucher sind während der halben Stunde sehr aufmerksam und antworten engagiert auf Fragen des Lehrers– ganz anders als in mancher echten Schulstunde. „Ich habe es natürlich auch leichter, denn die Leute kommen freiwillig hierher“, sagt Falk Rieß lächelnd. Unter anderem lässt er auch noch ein Glockenspiel klingen und kleinen Figuren in einem Glas auf und ab hüpfen – alles mit Hilfe der Elektrizität.

Verrenkungen mit Tante Luise und Herrn Kurt

Nach zwei Stunden beginnt es zu regnen, aber das schlechte Wetter kann die Stimmung nicht trüben. Die Böttcherstraße vor dem Roselius-Haus ist kaum mehr passierbar, da sich zahlreiche Zuschauer hier versammelt haben. Im Regen zeigten „Tante Luise und Herr Kurt“ Akrobatik und Comedy. Das Publikum applaudiert begeistert als Tante Luise einen Handstand auf Herrn Kurts ausgestreckten Händen vorführt. Dem dabei herunterrutschende Rock folgt schallendes Gelächter.

Bollywood-Flair im Übersee-Museum

Fernöstliche Rhythmen schallen durch das Überseemuseum. Die Tänzerinnen des „Bollywood Dance Ensemble“ treten in paillettenbesetzten Kleidern unter dem Motto „Asien Kontinent der Gegensätze“ auf. Viele Besucher beugen sich über die Brüstungen der oberen Etagen, um die Aufführung im Erdgeschoss sehen zu können. Getanzt wird zwar nur kurz, dann darf das wegströmende Publikum selbst aktiv werden. Freiwilligen werden Schritte gezeigt, die sie nachzutanzen versuchen - unterschiedlich erfolgreich. „Ich würde das nur ungern vor so vielen Menschen ausprobieren“, sagt Zuschauerin Gertrud Böttjer. „Aber es ist toll, dass das Publikum mit einbezogen wird“.

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