VON HENDRIK WERNER

Aber hallo!

Hello" lautete jenes legendäre erste Wort, das Thomas Alva Edison mit dem von ihm erfundenen Phonographen aufzeichnete und wiedergab. Wäre Edison Deutscher gewesen, hätte er wohl Hallo gesagt. Revolutionär war seine zweisilbige Einlassung in jedem Fall. Um nicht zu sagen: verheerend. Aber dazu später.
12.07.2012, 05:00
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Hello" lautete jenes legendäre erste Wort, das Thomas Alva Edison mit dem von ihm erfundenen Phonographen aufzeichnete und wiedergab. Wäre Edison Deutscher gewesen, hätte er wohl Hallo gesagt. Revolutionär war seine zweisilbige Einlassung in jedem Fall. Um nicht zu sagen: verheerend. Aber dazu später.

Jedenfalls trat das Wort, dessen sprachgeschichtliche Entstehung so komplex wie umstritten ist, mit der Verbreitung des Telefons rasch einen unvergleichlichen Siegeszug in der deutschen und der englischen Umgangssprache an. In der mündlichen wohlgemerkt. Aber dazu später.

Um ein Haar würden wir heutzutage übrigens "Ahoi" in unsere Telefone bellen, wenn uns ein Anruf ereilt. Denn "ahoy" lautete jenes Wort, das Graham Bell, der den Fernsprecher im Jahr 1876 patentiert hatte, als Meldebegriff bevorzugte. Dass er sich mit dem maritimen Ausdruck nicht gegen Edison durchsetzen konnte, ist insofern tragisch, als eine mögliche Wurzel des Wortes Hallo ebenfalls dem Schiffsverkehr abgelauscht ist. Denkbar ist die Verwandtschaft von Hallo mit Holla, einem Anruf des Fährmanns, er möge jemanden übersetzen. Aber wir schweifen ab.

Was wir eigentlich beklagen wollten, ist der Umstand, dass dieses mündlich so geschichtsträchtige und wirkungsmächtige Wort die Schriftsprache überflutet hat. Wir aber mögen es überhaupt nicht, wenn uns jemand in einem Brief oder in einer E-Mail anredet, als sei es fraglich, ob wir überhaupt am Platz oder bei Trost oder bei Bewusstsein wären. Aber hallo sind wir das!

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