Konzert

Alles prima mit Von Wegen Liesbeth

Auch bei ruhigen Liedern wurde gepogt und mitgesungen: Im Pier 2 rockte die Berliner Band zwei Stunden lang ganz schön ab.
27.10.2019, 18:33
Lesedauer: 1 Min
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Alles prima mit Von Wegen Liesbeth
Von Frieda Ahrens
Alles prima mit Von Wegen Liesbeth

Lieferte im Pier 2 ordentlich ab: Die Band Von Wegen Lisbeth.

Nils Lucas

Der weiße Vorhang fällt, dem Publikum strahlt grelles Licht entgegen, das Pier 2 ist mit 80er-Jahre-Synthesizer-Sounds gefüllt: Von Wegen Lisbeth steht auf der Bühne. „Du weißt wieso/ Wie so was schiefgehen kann“ singt Sänger Matthias Rhode. Bei dem Konzert am Sonnabend geht aber im Grunde gar nichts schief. Das Publikum, bereits warm geworden durch „Aerobic/Pop-Gymnastik“ der Vorband „Blond“, hat Bock: Selbst bei ruhigen Liedern wird gepogt, es wird gefühlt jeder Song von vorne bis hinten mitgesungen.

Und dabei wird ordentlich abgeliefert: Die Band spielt nahezu alle Lieder der neuen und alten Platte. Und beim vierten Lied „Lisa“ ist zum ersten Mal allen Instrumenten ein kurzes Solo vergönnt. Beim siebten Lied „Meine Kneipe“ sind spätestens alle Handys im Publikum oben. „Mach was du willst, aber bring nie wieder/ Deine neuen Freunde in meine Kneipe“ – das Publikum grölt mit. „Bitch, ich bin für dich/ Den ganzen Weg gerannt“ – beim Song „Bitch“ hat sich der Pogokreis zu einem einzigen pogenden, springenden Publikum verwandelt.

Die fünf Berliner Jungs fackeln zwischen den Songs nicht lange mit Ansagen, und wenn, sind es witzige Bremen-Anekdoten: Sänger Matthias erzählt, dass sie vor der Show noch Tickets in der Stadt versteckt hätten – tatsächlich zeigen in der ersten Reihe Leute auf. Er erzählt, wie er als 18-Jähriger mit Freunden auch einmal im Pier 2 auf einem Konzert war – man müsse von Bremen ja noch einmal zwei Stunden zu der Location fahren: „Danke, dass ihr trotzdem hier seid!“ Auch nimmt er Stellung zu den Vorwürfen, die Ticketpreise hätten sich seit dem letzten Bremenbesuch verdoppelt: Dafür würde auch doppelt so lange gespielt. Und tatsächlich steht die Band mit ihren vier Zugaben insgesamt zwei Stunden auf der Bühne. Mit den passenden Worten „Warum ist dein Leben so prima/ Und du immer so wunder-wunderschön“ des Liedes „Sushi“ entlässt die Band das Publikum in die Nacht. Das Leben ist prima.

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