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Anonymer Spender rettet die Weserburg

Bremen. Die Weserburg erhält ab 2011 drei Jahre lang je 500.000 Euro pro Jahr von einem Bremer Sponsor. Damit soll das Haus in die Lage versetzt werden, weiterhin Ausstellungen präsentieren zu können.
20.08.2010, 14:55
Lesedauer: 2 Min
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Anonymer Spender rettet die Weserburg
Von Alexandra Albrecht
Anonymer Spender rettet die Weserburg

Das Museum Weserburg erhält ab 2011 Spenden.

Frank Thomas Koch

Bremen. Die Weserburg erhält ab 2011 drei Jahre lang je 500.000 Euro pro Jahr von einem Bremer Sponsor. Damit soll das Haus in die Lage versetzt werden, weiterhin Ausstellungen präsentieren zu können.

Am Freitag teilte die Arbeitsgruppe, die sich unter dem Vorsitz des Bremer Ehrenbürgers Bernd Hockemeyer um die Zukunftsfähigkeit des Museums bemüht, erste Ergebnisse ihrer Arbeit mit.

Eingesetzt wurde sie wegen der finanziellen Schieflage des Museums. Als Carsten Ahrens 2005 das Haus übernahm, gab es bereits ein Defizit von 600.000 Euro , das sich zuletzt auf knapp eine Million Euro belief. Dieses will das Haus selber ausgleichen, und zwar durch den Verkauf von Kunstwerken, die ihm eigens dafür von Sponsoren zugeeignet worden sind (wir berichteten). Doch das strukturell unterfinanzierte Haus - es bekommt 1,2 Millionen Euro pro Jahr von der öffentlichen Hand - hat kaum Mittel, um Ausstellungen zu finanzieren.

Kulturstaatsrätin Carmen Emigholz (SPD) sagte, dass der Bestand der Weserburg, des ersten europäischen Sammlermuseums überhaupt, durchaus zur Debatte gestanden habe. Bernd Hockemeyer war gebeten worden, eine Arbeitsgruppe zu leiten, die Möglichkeiten ausloten sollte, das Museum auf Dauer zu erhalten. Neben dem Direktor und der Kulturbehörde saß auch der Vorsitzende des Stiftungsrates, Reinhard Hoffmann, der ehemalige Chef der Senatskanzlei, mit am Tisch.

Weniger Ausstellungen

Um die finanziellen Schwierigkeiten in den Griff zu bekommen, wurde im Juli eine kaufmännische Geschäftsleitung eingestellt, die den Direktor entlastet. Künftig werde es weniger Ausstellungen geben, kündigte Carsten Ahrens an. In den vergangenen Jahren seien die Besucher wie auch die Mitarbeiter von der hohen Schlagzahl der Sonderschauen überfordert worden. Die Weserburg soll auf jeden Fall weiterhin als Sammlermuseum geführt werden, das die Kunst seit 1960 vorstellt.

Im Erdgeschoss soll künftig nur junge Kunst gezeigt werden. Außerdem wird dort ein Collector's Forum eröffnet, wo vor allem Bremer Sammler, die sich nicht dauerhaft an das Haus binden wollen, die Möglichkeit haben, ihre Kollektionen zu präsentieren. Im dritten Geschoss möchte der künstlerische Leiter des Hauses publikumsträchtige Ausstellungen anbieten. Auf den Etagen eins und zwei haben die mit der Weserburg seit Jahren fest verbundenen Sammler wie bisher die Möglichkeit, ihre Werke zu zeigen.

Das von Carsten Ahrens vorgelegte inhaltliche Konzept trägt die Projektgruppe vollständig mit. Sie glaubt auch an die Zukunftsfähigkeit des Hauses und stärkte dem Direktor demonstrativ den Rücken. Wie in Museumskreisen zu hören ist, soll der Vertrag des Direktors in Kürze um drei Jahre verlängert werden. Wenn er die Weserburg nicht für überlebensfähig halten würde, hätte er sich gar nicht auf die Suche nach Sponsoren begeben, sagte Bernd Hockemeyer.

Klimaanlage erforderlich

Die jetzt fest zugesagten 1,5 Millionen Euro seien erst der Anfang, fügte er hinzu. Direktor Carsten Ahrens, Bernd Hockemeyer und Carmen Emigholz bekräftigten, dass der unbekannt bleiben wollende Förderer sich nicht in die Ausstellungen des Hauses einmischen wolle. 'Die Unabhängigkeit des Museums muss gesichert sein', sagte Bernd Hockemeyer.

Anfang kommenden Jahres soll das Zukunftskonzept der Arbeitsgruppe stehen. Dann werde auch zu fragen sein, ob der Standort auf dem Teerhof der ideale sei, so Hockemeyer. Das Museum benötigt eine Klimaanlage, sonst wird es auf Dauer bestimmte Werke nicht mehr bekommen. Hockemeyer wie auch Ahrens hoffen allerdings, dass die Einrichtung in der Weserburg bleiben kann. Gerade auswärtige Gäste seien von der Lage inmitten des Flusses sehr angetan, sagte der Direktor.

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