Kommentar über das Festival in Bremen Auf die Jazzahead wird geschaut - international

Die Jazzahead hat den Anspruch, die weltweit größte und wichtigste Jazzmesse zu sein. Damit das so bleibt, braucht sie verlässliche Unterstützung, Jahr für Jahr aufs Neue, meint Hans-Ulrich Brandt im Kommentar.
28.04.2019, 14:29
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Auf die Jazzahead wird geschaut - international
Von Hans-Ulrich Brandt

Die Ansprüche sind hoch, und das müssen sie auch sein. Auf diese Veranstaltung wird geschaut: international. Doch aus Ehrgeiz und Erfolg kann schnell Vermessenheit werden. Nicht so bei der Jazzahead. Sie hat sich seit 2006 beständig fortentwickelt, ist eine der jährlichen kulturellen Höhepunkte der Stadt. Zum 14. Mal haben sich in Bremen Veranstalter, Produzenten und Musiker aus 60 Nationen getroffen. Aus der Jazzszene ist dieses Format nicht mehr wegzudenken. Die Jazzahead hat sich unentbehrlich gemacht.

Öffentliche Bekenntnisse gibt es viele, die Jazzmesse in Bremen zu halten. Unterstützung gibt es auch: hauptsächlich vom Bund, ein wenig von der Stadt. Und, auch das ist überlebenswichtig, von wohlgesonnenen Sponsoren. Doch damit die Jazzahead weiterhin dem Anspruch gerecht werden kann, die weltweit größte und wichtigste Jazzmesse zu sein, braucht es diese verlässliche Hilfe immer wieder aufs Neue. Bremens Bürgermeister Carsten Sieling betont, wie stolz die Stadt ist, diese Fusion von Messe und Musik hier zu haben. Er hat angekündigt, für den weiteren Ausbau der Jazzahead bereitzustehen. Was immer das heißt? Den neuen Jazzpreis, den der Bund schon im nächsten Jahr vergeben lassen will, würde Sieling und würden auch die Macher der Jazzahead nur zu gerne in Bremen ausloben lassen. Das wäre eine weitere Aufwertung der Veranstaltung.

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Die Konkurrenz aber schläft nicht. Es ist kein Zufall, dass in Bremen ausgerechnet während der Jazzahead offensiv für das Elbjazz-Festival plakatiert wird, das Ende des Monats in Hamburg stattfindet.

Doch wer sich umhört auf der Jazzahead, trifft auf große Begeisterung für den jetzigen Standort. Bremen, das ist keine Einbildung, genießt bei den Promotern, Konzert- und Festivalveranstaltern, Booking-Agenturen und nicht zuletzt bei den Künstlern den allerbesten Ruf. Sie finden in Bremen, was sie suchen – deshalb sind die meisten auch schon seit Jahren dabei und kommen immer wieder. Die zusammenbringen, die was anzubieten haben mit denen, die etwas nachfragen – dieses Grundprinzip einer Messe funktioniert auf der Jazzahead reibungslos.

Der Jazz passt eben zu Bremen – und das schon lange. Wie auch immer die Bremer Stadtmusikanten geklungen haben mögen, es kann sich bei ihrem wilden Auftritt nur um die Ur-Ur-Form des Jazz gehandelt haben. Wie sagte der norwegische Schriftsteller Lars Saabye Christensen zur Eröffnung der Jazzahead: „Jazz ist ein anderer Ort, und dahin müssen wir gehen.“ In Bremen hat man sich längst auf den Weg gemacht. Auf einen richtig guten Weg.

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