Bremer Theater Aufregung um Liste mit vier Kandidaten für Intendanz

Bremen. Allerhand Ärger und Aufregung herrschte am Donnerstag in der Bremer Theaterszene: Gibt es etwa schon eine engere Auswahl von vier Kandidaten für die zukünftige Generalintendanz des Hauses am Goetheplatz? Das hatte die Süddeutsche Zeitung behauptet und dazu auch Namen genannt.
19.02.2010, 07:31
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Von Rainer Mammen

Bremen. Allerhand Ärger und Aufregung herrschte am Donnerstag in der Bremer Theaterszene: Gibt es etwa schon eine engere Auswahl von vier Kandidaten für die zukünftige Generalintendanz des Hauses am Goetheplatz? Das hatte die Süddeutsche Zeitung behauptet und dazu auch Namen genannt.

Sowohl in der Kulturbehörde als auch im Aufsichtsrat des Bremer Theaters mochte niemand diese Mitteilung bestätigen. Heiner Stahn, Sprecher des Kultursenators, mochte sie aber auch nicht dementieren. Stahn: „Der Wahrheitsgehalt dieser Meldung ist eher dünn.“

Hans-Joachim Frey, derzeitiger Intendant in Bremen, verlässt das Haus zum Ende dieser Spielzeit und hinterlässt einen Haufen Schulden. In der nächsten Saison sollen zunächst die vier Spartenleiter die Geschäfte des Theaters führen. Zu Beginn der Saison 2011 ist dann wieder ein richtiger Intendant vorgesehen. Der soll von einer Findungskomission ermittelt werden, die zuletzt am 17. Februar in Berlin tagte. Und dabei eine Viererliste von Kandidaten erstellte, die jetzt in der Süddeutschen Zeitung auftauchte? „Nein“, sagt Dieter Mützelburg, der fürs Finanzressort im Aufsichtsrat des Theaters (und in der Findungskommission) sitzt: „Es gibt keine Viererliste.“ Sogar der Etat des Bremer Theaters werde von der Süddeutschen falsch angegeben. Er betrage nicht rund 24, sondern rund 29 Millionen Euro jährlich.

Die Empfindlichkeit der Bremer Reaktionen ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass eine frühzeitige Nennung von Kandidaten-Namen nicht selten dazu führt, dass diese als „verbrannt“ aus dem Rennen ausscheiden müssen. Auf der Liste der Süddeutschen, so Mützelburg, stünden „Leute, die im Gespräch sind, und Leute, die nicht im Gespräch sind“. Nämlich diese: Ress Bosshart (Leiter einer Agentur in Berlin), Cornelia Preissinger (Oper Hannover), Michael Heicks (Intendant in Bielefeld) und Michael Börgerding (Leiter der Theaterakademie am Hamburger Thalia Theater).

Wann die Findungskommission erneut über diese oder auch über andere Kandidaten sprechen wird, ist derzeit nicht bekannt. Heiner Stahn vom Kultursenator: „Mit einer Entscheidung rechnen wir bis zum Sommer, zwischen Juni und September.“ Und wenn es bis dahin noch keinen Nachfolge-Intendanten gebe, sei das auch nicht weiter schlimm: „Bei unserer Suche geht Sorgfalt vor Schnelligkeit.“

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