Einrichtungen des ALZ Aumunder Siedler besuchen das Arbeit- und Lernzentrum

Bremen-Nord. Viele kennen das Möbellager, das vom Verein Arbeit- und Lernzentrum (Alz) auf dem Gelände an der Hermann-Fortmann-Straße 18 betrieben wird.
09.09.2018, 00:00
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Von FR

Neben Möbeln werden dort Gläser, Geschirr, Bilder, Bücher und vieles mehr angeboten. „Wir bekommen die Sachen aus Haushaltsauflösungen und durch Spenden, frischen sie ein wenig auf und verkaufen sie dann wieder“, erläutert Sabine Heinsohn, die zusammen mit Katja Rethmeyer die Besucher des Gesprächskreises der Siedlergemeinschaft Aumund 1 empfängt.

Dass es neben dem Möbellager aber noch weitere Einrichtungen auf dem Gelände gibt, ist den meisten unbekannt. Eventuell kennt noch der ein oder andere das Bistro „Mahlzeit“, aber die Betriebsteile „Nord Technik“, „Quartierservice Nord“ und „Urban Gardening“ sind in der Bevölkerung doch weitgehend unbekannt. Umso schöner, dass den Gästen ein Einblick in die Werkstätten und den Gartenbereich gewährt wird. Zusammen mit Geschäftsführer Ulrich Ipach führt Sabine Heinsohn durch die Fachbereiche Metall, Tischlerei und Zimmerei. Erstaunt sehen die Aumunder, welch tolle Sachen dort gefertigt werden. Da werden Nähmaschinenteile zu Gartenbänken, ganze Spielplatzeinrichtungen werden gefertigt, eine Wippe wird dort gebaut, eine alte Truhe neu lackiert, „Pfostenschuhe“ werden zusammengeschweißt, Parkbänke zusammengestellt.

Mit etwa 40 fest angestellten Kräften wird versucht, rund 250 Beschäftigte auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten. In jedem Gewerk gibt es einen Meister, der für die nötige Qualifikation sorgt. Bis zu zwei Jahren können die Ein-Euro-Jobber beschäftigt werden. Das Projekt „Arbeit und Integration“ richtet sich hauptsächlich an arbeitslose MigrantInnen, die kein oder nur wenig Deutsch sprechen. „Ich habe zum Beispiel den Begriff drehen durch tanzen ersetzt“, so Heinsohn. „Das haben alle gleich verstanden, jetzt sage ich halt tanzen, wenn etwas gedreht werden soll. Aber natürlich lernen sie auch korrektes Deutsch in der praktischen Anwendung“. Jetzt aber führt sie den Gästen in ihr Revier: das Gelände vom Urban Gardening.

„Vor drei Jahren haben wir das 2500 Quadratmeter große Gelände von der Stadt übernommen. Gut 30 Zentimeter Müll und Boden lagen auf den Flächen, die wir mühsam entsorgt haben“. Vom Unrat sieht man inzwischen nichts mehr, ganz im Gegenteil: Man könnte stundenlang durch den Gartenbereich schlendern, immer wieder würde man etwas Schönes oder Neues entdecken. Heinsohn kann aus allen möglichen Gegenständen eine Dekoration, einen Nutzgegenstand oder ein Kunstwerk schaffen. An der einen Stelle bilden alte Skier eine kleine Abgrenzung für Kompost-Kästen, ausgemusterte Schlipse wehen im Wind und vertreiben die Krähen, und aus den alten Fenstern des Bistros wurde ein Gewächshaus gebaut. „Bringen Sie mir irgendwelche Teile, die Sie nicht mehr brauchen, mir fällt schon etwa dazu ein“, sagt die kreative Frau. Überall im Garten sind Pflanzinseln angelegt. Alle Pflanzen sind in Kisten oder ähnlichen Behältern eingesetzt. „Wir müssen auf Anforderung der Stadt das Gelände innerhalb von einer Woche räumen können, deshalb wird nichts in die Erde gepflanzt“, sagt Sabine Heinsohn.

Weitere Betätigungsfelder: Die Mitarbeiter vom Quartierservice Nord werden für die Beseitigung von Verunreinigungen und Müll auf Spielplätzen und im öffentlichen Raum eingesetzt. In der Nachbarschaftshilfe können ältere und kranke Bewohner Hilfe bei Gartenarbeiten und Abraumbeseitigung anfordern. Hecke schneiden, Rasenmähen, auch die Abfuhr von Grünschnitt – die Mitarbeiter vom alz können kostengünstig behilflich sein. „Ursprünglich war der Gartenbereich nicht für die Öffentlichkeit gedacht, inzwischen haben wir aber dienstags und donnerstags von 9.30 bis 12.30 geöffnet“, berichtet Heinsohn. Wer Anregungen für seinen Garten sucht, sollte unbedingt vorbeikommen. Mit einem Besuch im „Mahlzeit“ kombiniert wird es ein ebenso schöner Ausflug, wie der von Dagmar Michal organisierte werden.

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