Bild "Washington Crossing the Delaware"

Berühmtes US-Gemälde stammt aus Bremen

Eine Kopie hängt im Weißen Haus, ein weiteres Original im Metropolitan Museum of Art, und das andere Original war einst Schmuckstück der Bremer Kunsthalle. Das Bild "Washington Crossing the Delaware".
25.05.2015, 00:00
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Berühmtes US-Gemälde stammt aus Bremen
Von Uwe Dammann
Berühmtes US-Gemälde stammt aus Bremen

Das Bild „Washington Crossing the Delaware“ (deutsch: Washington überquert den Delaware), gehört einst zum Bestand der Kunsthalle. Im Krieg wurde das Gemälde zerstört. Ein zweites Original des Malers Emanuel Leute hängt im Metropolitan Museum of Art in New York.

Uwe Dammann

Eine Kopie hängt im Weißen Haus in Washington, ein weiteres Original im Metropolitan Museum of Art in New York, und das andere Original war einst ein Schmuckstück der Bremer Kunsthalle. Das Bild „Washington Crossing the Delaware“ („Washington überquert den Delaware“) ist ein Ölgemälde des deutsch-US-amerikanischen Historienmalers Emanuel Leutze aus dem Jahr 1851 und wurde im Zweiten Weltkrieg bei einem Luftangriff auf Bremen zerstört. Es zeigt General George Washingtons Überquerung des Flusses Delaware in der Nacht vom 25. auf den 26. Dezember 1776 während des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges.

Das Bild kennt so gut wie jedes amerikanische Kind. Dieses Ereignis war die erste Truppenbewegung in Form eines Überraschungsangriffs gegen die Hessischen Einheiten in der Schlacht von Trenton, New Jersey. Doch kaum jemand weiß, dass das Originalbild Teil der Sammlung der Kunsthalle Bremen war. Es wurde bei britischen Luftangriffen im Jahr 1942 zerstört. Die Kunsthalle erinnert im Zusammenhang mit dem Kriegsende vor 70 Jahren und der Ausstellung „Brandbilder“, die derzeit im Landesmuseum Hannover zu sehen ist, an dieses bedeutende Kunstwerk aus dem eigenen Bestand, das den Bombenangriffen zum Opfer fiel. Das Gemälde war wegen seiner enormen Ausmaße von 3,48 mal 6,16 Meter in den Galerieräumen hängen geblieben und verbrannte.

Zweite Version

Schon deutlich vorher – genauer am 5. November 1850 – war das Kunstwerk bei einem Brand in der Wohnung unter Leutzes Atelier angesengt worden; Leutze hatte das Bild jedoch versichert und konnte es restaurieren.

Leutze hatte eine zweite Version des Gemäldes gemalt, die er im Sommer 1851 fertigstellte. Im September 1851 wurde das Bild im Stuyvesant Institute in New York ausgestellt, wo es begeistert aufgenommen wurde. „Ich zögere nicht, Ihnen zu sagen, Gentlemen, dass ich ’Washington Crossing the Delaware’ für eins der größten Werke des Zeitalters halte. Es ist wahrhaft würdig, das größte Ereignis im militärischen Leben des bedeutenden Mannes zu dokumentieren, den die ganze Nation über alles verehrt“, sagte der New Yorker Sammler und Präsident der American Art-Union, Abraham M. Cozzens, bei einem Bankett zu Ehren Leutzes. Zunächst erwarb der New Yorker Schiffsbaumagnat Marshall O. Roberts das Gemälde für 10 000 Dollar.

Seit 1897 ist es im Metropolitan Museum of Art in New York City zu sehen. Vom Bild selbst existieren viele Kopien, von denen eine im Weißen Haus in Washington, D.C. ausgestellt ist. Das Gemälde ist bekannt für seine kühne Komposition: George Washington hebt sich von einem unnatürlich hellen Nachthimmel ab, während sein Gesicht in die aufgehende Sonne blickt. Der Grundton der Farben ist dunkel, wie es in der Dämmerung zu erwarten ist. Die Männer im Boot repräsentieren Menschen aus den amerikanischen Kolonien. Es sind etwa ein Afroamerikaner, ein Mann mit Schottenmütze, ein Gewehrschütze aus dem Westen der Vereinigten Staaten, zwei Farmer, eine androgyne Person in roter Kleidung und ein Mann aus der indigenen Bevölkerung dargestellt. Jener Mann, der neben Washington steht und die Flagge hält, ist Lieutenant James Monroe, der spätere fünfte Präsident der Vereinigten Staaten. General Edward Hand ist auf dem Bild sitzend dargestellt; er hält seinen Hut mit der Hand fest.

Die Kunsthalle besitzt lediglich noch ein altes Schwarz-Weiß-Foto des wertvollen Werkes. Insgesamt waren am Kriegsende 17 Bilder aus dem Bestand der Kunsthalle verbrannt oder anderweitig zerstört. Rund 2500 Zeichnungen und 50 Gemälde, die die Kunsthalle ausgelagert hatte, sind bis heute verschollen.

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