Senat wendet Insolvenzgefahr ab

Finanzspritze für die Bremer Glocke

Das Bremer Konzerthaus Die Glocke erhält eine Finanzspritze des Senats, die das Überleben der Einrichtung sichern soll. Wie viele andere städtische Betriebe leidet die Glocke unter den Folgen von Corona.
22.08.2020, 05:00
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Finanzspritze für die Bremer Glocke
Von Jürgen Theiner
Finanzspritze für die Bremer Glocke

Eine der renommiertesten Adressen des Bremer Kulturbetriebs: die Glocke.

Christina Kuhaupt

Der Senat wird dem Konzerthaus Die Glocke voraussichtlich eine Finanzspritze in Höhe von 700.000 Euro gewähren, um die als GmbH organisierte Kultureinrichtung vor einer drohenden Insolvenz zu bewahren. Im jüngsten Controllingbericht der Finanzbehörde, in dem die wirtschaftliche Situation der städtischen Betriebe dargestellt wird, ist die prekäre Lage der Glocke bereits mit deutlichen Worten beschrieben.

Bei einem Eigenkapital von 46.000 Euro und einem erwarteten Jahresfehlbetrag von 723.000 Euro bestehe die Gefahr einer „bilanziellen Überschuldung“ – ein Szenario, das einen Gang des Geschäftsführers zum Insolvenzrichter unausweichlich machen würde. Es bestehe deshalb „akuter Handlungsbedarf“, wie es die Fachleute der Finanzbehörde in ihrem Bericht ausdrückten.

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Dieser Aufforderung kommt der Senat nun nach. Auf Anfrage des WESER-KURIER sagte der Sprecher der Wirtschaftsbehörde, Kai Stührenberg, die 700.000 Euro würden voraussichtlich aus dem sogenannten Bremen-Fonds bereitgestellt. Dieser kreditfinanzierte und mit 1,2 Milliarden Euro gefüllt Finanztopf dient unter anderem der wirtschaftlichen Absicherung städtischer Wirtschaftsbetriebe, deren Geschäfte unter der Corona-Pandemie leiden.

Für die Glocke gilt das definitiv. Seit dem Frühjahr mussten dort zahlreiche Veranstaltungen abgesagt werden. In die neue Saison startet das Konzerthaus mit einem Hygienekonzept, das unter anderem eine Beschränkung der Sitzplatzkapazität im großen Saal auf 250 Personen vorsieht. Ein wirtschaftlicher Betrieb ist unter solchen Bedingungen unmöglich.

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