Sonderausstellung nach Wiedereröffnung

Bremer Kunsthalle zeigt Werke von Munch

Bremen. Nach der Wiedereröffnung der modernisierten Bremer Kunsthalle erwartet die Besucher eine Sonderausstellung mit Werken von Edvard Munch. Ausgangspunkt der Schau ist die Entdeckung eines unbekannten Bildes des norwegischen Malers.
16.09.2010, 06:38
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Von Peter Groth
Bremer Kunsthalle zeigt Werke von Munch

Die Bremer Kunsthalle wird zur Zeit noch renoviert

Frank Thomas Koch

Bremen. Die Kunsthalle Bremen hat ein gut gehütetes Geheimnis gelüftet: Die erste große Sonderausstellung nach der Wiederöffnung des komplett modernisierten Museums ist dem Werk des norwegischen Malers Edvard Munch (1863 – 1944) gewidmet.

Im Mai 2005 war es eine Sensation, als in der Bremer Kunsthalle bei Röntgenuntersuchungen ein bislang völlig unbekanntes Gemälde des norwegischen Malers Edvard Munch hinter einem anderen Bild des Malers gefunden wurde, eine zweite Leinwand hinter der Leinwand. Dieser Zufallsfund ist im Grunde der Ausgangspunkt für die erste große monografische Sonderausstellung nach der Wiedereröffnung der Kunsthalle im kommenden Jahr vom 15. Oktober bis 26. Februar 2012.

Kuratorin Dorothee Hansen will in der Schau „Edvard Munch – Rätsel hinter der Leinwand“ die Motive und die sehr eigene Bildsprache des Malers untersuchen. Ausgangspunkt sind dabei die beiden Bremer Munch-Gemälde: das 2005 entdeckte, wohl 1898 entstandene Bildnis „Mädchen und drei Männerköpfe“, das kompositorisch im Werk einzigartig ist, und das in der gleichen Zeit gemalte, anrührende Ölbild „Das Kind und der Tod“.

Eindrucksvolle Intensität

Wie schon bei früheren großen Sonderschauen wird das Ausgangsthema um die beiden Bremer Munchs mit zahlreichen hochrangigen Leihgaben internationaler Ausstellungshäuser, darunter das Munch Museum Oslo und das Kunstmuseum Bergen, veranschaulicht. Das Interesse der Kuratorin gilt dabei vor allem der eindrucksvollen Intensität, mit der Munch Menschen darstellte, und der künstlichen Symbolik seiner Kompositionen zu Themen wie Unschuld und Begierde, Liebe und Tod.

Das bekannte Bremer Bild des am Totenbett der Mutter sitzenden Kindes gilt dabei als eine von Munch immer wieder gemalte Variante seines wohl berühmtesten Bildes „Der Schrei“. Dieses Gemälde des im stillen Entsetzen verharrenden Kindes kam 1918 in den Besitz der Kunsthalle – Mäzene des Kunstvereins hatten es damals für 20.000 Mark vom Berliner Kunsthändler Fritz Gurlitt gekauft. Sie konnten damals natürlich nicht wissen, dass sie damit zugleich einen zweiten Munch erwarben, dessen Wert heute unschätzbar ist.

Ausstellungen des sensiblen Pioniers der Klassischen Moderne haben in den vergangenen Jahren regelmäßig großen Besucherzuspruch erfahren. 2004 zeigte die Kunsthalle Emden „Bilder aus Norwegen“, 2006 untersuchte die Hamburger Kunsthalle die Wechselbeziehung von Mann und Frau im Werk des Malers und Zeichners, der stilistisch manche Wendung vollzog. Traurige Berühmtheit erzielt der Maler weltweit, als in den vergangenen Jahren mehrfach Bilder von unschätzbarem Wert auf spektakuläre Weise aus norwegischen Museen gestohlen wurden.

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