Kulturfest am Osterdeich Breminale: Fünf Tage volles Programm

Bremen. Die diesjährige Breminale am Osterdeich verspricht fünf Tage lang volles Programm mit über 100 Bands auf sieben Bühnen. Vom 30. Juni bis zum 4. Juli bietet die Kulturveranstaltung Besuchern unterhaltsame Festivaltage mit Konzerten, Comedy und Kulinarischem.
28.06.2010, 08:39
Lesedauer: 4 Min
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Von Martin Märtens

Bremen. Die diesjährige Breminale am Osterdeich verspricht fünf Tage lang volles Programm mit über 100 Bands auf sieben Bühnen. Vom 30. Juni bis zum 4. Juli bietet die Kulturveranstaltung Besuchern unterhaltsame Festivaltage mit Konzerten, Comedy und Kulinarischem.

Diesmal gibt es erstmals einen Zaun, der sich mitten durch das Festivalgelände schlängelt. „Der Zaun dient nur als optische Barriere“, sagt Geschäftsführer Harald Siegel. Deshalb geht er auch mitten durch und nicht um das Gelände herum. Und er ist problemlos an mehreren Stellen zu überwinden. „Wir wollen, dass die Breminale weiterhin für alle zugänglich ist. Gleichzeitig wollen wir aber auch auf die schwierige finanzielle Situation aufmerksam machen. Deshalb kann, wer will, am Zaun auch spenden“, so Siegel weiter.

Insgesamt schlängeln sich entlang der Weser – zwischen Tiefer und dem Anleger der Sielwallfähre – in diesem Jahr erstmals sieben Bühnen. Auf dem Gastroschiff MS Treue, dem Baltic Raw Tower, der swb-Bühne im Bremen-Vier-Zelt und der Weltbühne ist dabei reichlich Platz für die unterschiedlichsten Musikstile. Lediglich das Zelt des Circo Paniko beim Fähranleger ist nur für artistische und kabarettistische Aufführungen vorgesehen.

Musikalisch äußerst breites Spektrum

Musikalisch wird an den fünf Tagen – von Mittwoch bis Sonntag – ein äußerst breites Spektrum geboten. Immerhin werden über 100 Bands zu sehen und zu hören sein. Dabei fällt auf, dass man sich nach dem Neustart von 2008 – im Jahr davor wurde die Breminale aufgrund fehlender finanzieller Mittel abgesagt – vor allem auch vermehrt einem jüngeren Publikum öffnet. „Wir haben zwar früher auch immer einmal Bands für ein jüngeres Publikum gehabt, aber das ist deutlich mehr geworden“, bestätigt Siegel. Was sicherlich auch mit der seit drei Jahren neuen künstlerischen Leitung bestehend aus Carsten Werner und Susanne von Essen zu tun hat.

Schon gleich am Mittwoch gibt es einige Höhepunkte. Da wird unter anderem die Punk-Comedy-Truppe Tiger Lillies auftreten. Mit schrägem Falsett-Gesang und Akkordeon erinnern die drei Briten an eine Mischung aus den Sex Pistols und Bertolt Brecht. Eine ganz andere Tonart schlägt dagegen Jochen Distelmeyer an. Der ehemalige Blumfeld-Frontmann kommt mittlerweile eher als Singer/Songwriter daher.

Deutlich lauter und wilder dürfte es beim Ska-Fest auf der Flut-Bühne werden. Nachdem Distemper aus Moskau mit Punkrhythmen und tanzbaren Ska-Elementen das Feld bereitet haben, kommen im Anschluss die Bremer Lokalheroen von den Mad Monks auf die Bühne. Ihre Mischung aus Reggae, Punk, Country, Folk, Western, Pop, Rock und natürlich Ska ist längst über die Einstufung „Geheimtipp“ hinaus.

Weltbühne am Donnerstag ganz im Zeichen der 60er und 70er Jahre

Moderiert von Uschi Nerke und Jörg Sonntag steht die Weltbühne am Donnerstag unter dem Motto Beat Club & Friends ganz im Zeichen der 60er und 70er Jahre. Dafür werden in erster Linie wohl die Rattles sorgen. 1960 nach einem Beatles-Auftritt von Achim Reichel in Hamburg gegründet, wurde die Band schnell zu einer der wichtigsten einheimischen Beat- und Rockvertreter der 60er und 70er Jahre. Von der Urbesetzung werden Herbert Hildebrandt und Reinhard Tarrach auf den Osterdeichwiesen zu sehen sein.

Deutlich jünger geht es hingegen auf der swb-Bühne im Bremen-Vier-Zelt zu. Dort stehen mit Fucking in Champagne sowie den Kleinstadthelden die Gewinner der beiden vergangenen Jahre des Bandcontests „Live in Bremen“ auf der Bühne. In ihrer Schweizer Heimat genießen The Peacocks einen Ruf als Ausnahmekönner. Auf der Treue will das Trio seinen Mix aus Rockabilly und Psychobilly jetzt auch dem Bremer Publikum schmackhaft machen.

Am vergangenen Wochenende gastierten sie noch beim Hurricane-Festival. Jetzt spielen Bratze am Freitag ihren Elektro-Punk auf der Breminale. „Tanz deine Revolution!“ fordert unterdessen Rainer von Vielen mit seiner eigenwilligen Soundstruktur aus Hip-Hop, Elektro-Clash, Rock und Punk-Spirit, derweil The Koletzkis ihren Elektro-Pop zum Besten geben.

Geboren in Rumänien kam Ruth Maria Renner, besser bekannt als Miss Platnum, im Alter von acht Jahren nach Berlin. 2007 veröffentlichte die heute 30-Jährige mit „Rock Me“ ihr erstes Album. Sie arbeitete mit Peter Fox zusammen und trat im Vorprogramm der Fantastischen Vier auf. 2009 gelang der Durchbruch mit „The Sweetest Hangover“. Auf der Bühne herrscht bei Miss Platnum Party. Angetrieben von einigen Bläsern zelebriert sie dabei ihren sogenannten Balkan-Hip-Hop – für viele sicherlich das Highlight des Festivals. Doch der Sonnabend hat noch einiges mehr an Hochkarätern zu bieten. Virginia Jetzt!, Polkaholix, Abuela Coca und die Ohrbooten können wahrscheinlich auch den einen oder anderen auf die Breminale bewegen.

Der Abschluss am Sonntag gestaltet sich noch einmal sehr bunt. „Monarchie und Alltag“ war vielleicht eine der wichtigsten Platten der Neuen-Deutschen-Welle-Zeit, auch wenn man die Gruppe Fehlfarben wohl eher dem Punk- und Rockspektrum zurechnen muss. Dass es den Düsseldorfern aber in diesem Jahr – 30 Jahre später – gelungen ist, mit „Glücksmaschinen“ ein kleines Meisterwerk aufzulegen, ist aller Ehren wert.

Mischung aus Prince, Tom Waits und Joni Mitchell

„Ich erkläre diese Krise für beendet“ ist sowohl Albumtitel als auch ein Stück Lebenseinstellung Bernd Begemanns. Zusammen mit seiner Band Die Befreiung präsentiert er melodiösen Deutsch-Pop, in dem er vornehmlich von Sehnsucht und Schmerz erzählt. Autor, Komponist, Interpret und Arrangeur – Nosfell verschmilzt viele Elemente in seiner Musik. Mal laut, dann wieder zart erinnert er an eine Mischung aus Prince, Tom Waits und Joni Mitchell, wobei sein wichtigstes Instrument die eigene Stimme ist.

Aus Frankreich kommen Stereo Total. Zumindest der eine Teil des Doppels. Das deutsch-französische Duo, bestehend aus Françoise Cactus und Brezel Göring, spielt seit Mitte der 90er Jahre Underground-Elektropopsongs – und das auch in verschiedenen Sprachen.

Die Breminale findet von Mittwoch bis Sonntag auf den Osterdeichwiesen zwischen Tiefer und dem Fähranleger der Sielwallfähre statt. Alle Bands und Termine finden Sie hier.

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