Bremer Theaterknigge (7): Saal verlassen Den richtigen Moment abpassen

Bremen. Stellen Sie sich vor, Sie gingen heute Abend ins Theater und... in einer ganz leisen, gefühlvollen Szene zwängt sich jemand zwischen den Reihen nach draußen. Das muss nicht sein, findet Frauke Scharf, Tänzerin am Theater Bremen.
01.03.2011, 15:11
Lesedauer: 2 Min
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Von Thomas Joppig

Bremen. Stellen Sie sich vor, Sie gingen heute Abend ins Theater und... in einer ganz leisen, gefühlvollen Szene zwängt sich jemand zwischen den Reihen nach draußen. Das muss nicht sein, findet Frauke Scharf, Tänzerin am Theater Bremen.

Ein Theaterbesuch ist für viele Menschen auch ein gesellschaftliches Ereignis. Sehen und gesehen werden lautet bei so manchem die Devise. Es gibt allerdings auch äußerst fragwürdige Möglichkeiten, von möglichst vielen Menschen wahrgenommen zu werden.

„Nessun dorma“, singt Prinz Kalaf in Puccinis Oper Turandot, auf deutsch heißt das „Keiner schlafe“. Gewiss, schlafen soll man im Theater nicht. Manche Anzeichen von Aktivität können im Zuschauerraum allerdings durchaus nerven. Ständiges Räuspern, anhaltendes Getuschel oder lang andauernde Bonbon-Suchaktionen in voluminösen Handtaschen. Und noch eines kommt gar nicht gut an: Wenn jemand in einer besonders leisen Szene den Saal verlässt, und zwischen den Reihen plötzlich umständlich im Halbdunkel gen Ausgang strebt.

Besonders nervig ist das, wenn der Besucher erstens direkt in der Mitte sitzt, der Abstand zwischen Sitzreihen zweitens eng, und der nach draußen drängende Besucher drittens auch noch ziemlich korpulent ist. Dann ergibt sich eine Art La-Ola-Effekt - eine Besucher-Welle entsteht, weil einer nach dem anderen aufstehen muss, bis der Zuschauer endlich, endlich, das grün leuchtende Notausgangs-Schild erreicht hat. Er öffnet die Tür, und das helle Licht aus dem Foyer scheint in den zuvor noch dämmrigen Zuschauerraum.

Manchmal geht es nicht anders, aber....

Sicher – es gibt Situationen, in denen es besser ist, den Saal sofort zu verlassen, um noch größere Störungen zu vermeiden – etwa dann, wenn einem während der Vorstellung plötzlich übel wird. In vielen anderen Fällen lässt sich ein geeigneter Moment aber auch abpassen. Über dieses Thema hat sich Frauke Scharf, Tänzerin am Theater Bremen, für WESER-KURIER Online Gedanken gemacht.

Die Bremerin wurde 2006 von Urs Dietrich als Ensemblemitglied am Theater Bremen engagiert, wo sie schon als 15-Jährige in verschiedenen Opern-, Musical- und Schauspielproduktionen mitgewirkt hatte. Sie war unter anderem in den Tanztheaterstücken "Voice", "Wohin" und "Largo" zu erleben. In der laufenden Spielzeit tanzt sie in den Stücken "Flash Mob" und "Trotz / The revised and updated Bremen structures".

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