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Der Inspizient fährt die Vorstellung

Bremen. Peter Mischke ist Inspizient am Bremer Theater am Goetheplatz. Ein Inspizient sitzt direkt hinter der Bühne am Schaltpult und koordiniert alle Einsätze während der Vorstellung, zum Beispiel Ton und Licht.
12.05.2010, 17:06
Lesedauer: 1 Min
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Von Barbara Debinska
Der Inspizient fährt die Vorstellung

Inspizient Peter Mischke bei der arbeit am Bremer Theater am Goetheplatz.

Barbara Debinska

Bremen. Peter Mischke ist Inspizient am Bremer Theater am Goetheplatz. Ein Inspizient sitzt direkt hinter der Bühne am Schaltpult und koordiniert alle Einsätze während der Vorstellung, zum Beispiel Ton und Licht.

„Ich fahre die Vorstellung“, antwortet Peter Mischke auf die Frage, was die Aufgabe eines Inspizienten ist. Mit Hilfe eines Head-Sets flüstert er den Ton- und Licht-Kollegen, die Kopfhörer im Ohr tragen, Kommandos für ihre Einsätze – „damit der Abend rund läuft“, wie Mischke sagt. Wenn zum Beispiel ein Bühnenteil klemmt oder etwas schief geht, informiert er sofort die Regie.

Ein Inspizient müsse starke Nerven haben und entscheidungsfreudig sein, erklärt der 62-Jährige. „Wenn es eine Störung im Ablauf der Vorstellung gibt, muss ich schnell in Absprache mit der Regie Lösungen finden und Entscheidungen treffen. Hauptsache, das Publikum merkt nichts“, sagt Mischke.

Die Partitur ist sein roter Faden und liegt während der Vorführung immer auf dem Tisch. Das Notenbuch liest Mischke akribisch mit, um keinen Einsatz zu verpassen, zudem schaut er stets abwechselnd auf zwei kleine Monitore. Der eine Bildschirm zeigt die Bühne, der andere den Orchester-Dirigenten. Alles müsse so laufen, wie es sich die Regie gewünscht hat.

Da hinter der Bühne manchmal viel los ist, könne es schon mal passieren, dass er abgelenkt werde und ein Kommando verpasse, räumt Mischke ein. Das kommt aber äußerst selten vor, denn Mischke hat über 20 Jahre Erfahrung als Inspizient, seit 2000 arbeitet er am Bremer Theater.

Der ausgebildete Tänzer ist über verschiedene Aufgaben am Theater in den Inspizienten-Job gerutscht und macht ihn bis heute mit großer Leidenschaft. Der Spaß, den er an seiner Arbeit hat, überträgt sich auf die anderen Kollegen hinter der Bühne, was für eine gutgelaunte und dennoch konzentrierte Atmosphäre sorgt.

Auch wenn die Oper, die er zurzeit fährt, „Die Gehetzten“ heißt, gehetzt ist Peter Mischke nicht. „Aber hektisch ist es schon zeitweise“, gibt er zu.

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