34. Literarische Woche Bremen Der Mann in der Krise als Thema

Bremen. Die Literarische Woche Bremen beschäftigt sich mit dem sich wandelnden Bild des Mannes in der Gesellschaft und stellt die Frage: "Der Mann in der Krise?" Die Lesungen, Gespräche und Ausstellungen finden vom 21. bis zum 30. Januar statt.
14.01.2010, 16:03
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Der Mann in der Krise als Thema
Von Iris Hetscher

Bremen. Die Literarische Woche Bremen beschäftigt sich mit dem sich wandelnden Bild des Mannes in der Gesellschaft und stellt die Frage: "Der Mann in der Krise?" Die Lesungen, Gespräche und Ausstellungen finden vom 21. bis zum 30. Januar statt.

Höhepunkt der Literarischen Woche ist wie jedes Jahr die Verleihung des Bremer Literaturpreises, der dieses Jahr an Clemens J. Setz für seinen Roman "Die Frequenzen" geht. Den Förderpreis erhält Roman Graf für sein Buch "Herr Blanc". Beide Auszeichnungen werden am Dienstag, 26. Januar, in der Oberen Rathaushalle übergeben. Der Bremer Literaturpreis wird von der Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung verliehen, der Hauptpreis ist mit 20.000 Euro dotiert, der Nachwuchspreis mit 6000 Euro. Beide Preisträger lesen am Montag, 25. Januar, um 20 Uhr im Schauspielhaus.

Um den Literaturpreis herum haben die Organisatoren ein umfangreiches Programm zusammengestellt. Ob überhaupt und wie der heutige Mann in der Krise ist, dient dabei als Leitfaden. Ehemals funktionierende männliche Muster, nach denen Kerle von Schrot und Korn sich richten konnten, seien im Laufe der vergangenen Jahrzehnte zerbröselt, lautet die These der Veranstalter: saufen, rauchen, um die Häuser ziehen und Frauen aufreißen führen nicht mehr zu Ansehen und/oder Glück. Der Vater ist nicht mehr länger eine unantastbare Respektsperson.

Übrig bleiben verunsicherte Existenzen, die nicht mehr so recht wissen, wo ihr Platz in der Gesellschaft ist. Dieses Themenfeld will die Literarische Woche ergründen. Den Auftakt macht ein Gespräch plus Lesung mit dem mehrfach preisgekrönten Autor Wilhelm Genazino über "Das Glück in glücksfernen Zeiten" (Zentralbibliothek, 20 Uhr), es folgen ein Erzählcafé am Sonnabend, 23. Januar, 16 Uhr und eine literarische Matinee mit Michael Roes und Gunter Geltinger am Sonnabend, 24. Januar, 12 Uhr, in der Zentralbibliothek.

Die beiden Preisträger haben sich zwei Kolleginnen eingeladen, die am Dientag, 26. Januar, 20 Uhr, in der Zentralbibliothek zu Gast sind: Cornelia Travnicek und Judith Zander. Am Mittwoch, 27. Januar fragt sich André Rauch, Professor für Soziologie an der Professor an der Universtität Straßburg: "Ist es sinnvoll, eine Kulturgeschichte des Mannes zu schreiben?" Dabei wird Rauch auch die "Kulturgeschichte der Leidenschaft" und die Rolle der Liebe bei der Emanzipation der Frau als mögliche Antwortquelle zur Rate ziehen.

Die Literaturwisssenschaftlerin Ines Kappert befasst sich dagegen mit dem Thema "Wer ist nicht in der Krise, wenn 'der Mann' in der Krise ist?" und zwar am Donnerstag, 28. Januar, 20 Uhr, im Kino 46. Die südamerikanische Sicht auf das Thema bietet der Autor Andrés Neuman an, der am Freitag, 29. Januar, um 19.30 Uhr im Instituto Cervantes (19.30 Uhr) aus seinem Buch "El viajero del siglo" ("Der Reisende des Jahrhunderts") liest. Die Lesung ist auf spanisch und auf deutsch. Viele der Werke Neumans reflektieren direkt oder indirekt die Identitätskrise des heutigen Mannes.

Die Autorin Marlene Streeruwitz beendet die Literarische Woche am Sonnabend, 30. Januar, 20 Uhr (Zentralbibliothek). Streeruwitz, die Romane, Theaterstücke und Hörspiele schreibt, liest aus ihrem Roman "Kreuzungen", dessen Held unbedingt zu den Superreichen dieser Welt gehören will und dafür vor einer Schönheits-Operation nicht zurückschreckt.

Während der Literarischen Woche wird allerdings nicht nur gelesen. In der Zentralbibliothek ist ab dem 22. Januar die Ausstellung "Robber Barons" von Casey McKee zu sehen, auf deren Bildern Manager bei ganz untypischen Tätigkeiten zu sehen sind: Sie melken Kühe oder boxen.

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