Kunstsammlungen Böttcherstraße

Der neue Direktor stellt sich vor

Bremen. Seit dem ersten Noivember ist Frank Laukötter Direktor der Kunstsammlungen Böttcherstraße. Am Mittwoch nun präsentierte er seine programmatischen Vorstellungen. Er will Ansätze seines Vorgängers Rainer Stamm weiterverfolgen. Aber er plant auch Neuerungen.
24.11.2010, 18:00
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Von Peter Groth
Der neue Direktor stellt sich vor

Der neue Direktor der Kunstsammlungen Böttcherspraße zwischen Bildern von Modersohn-Becker. Der 40-Jährige will die Arbe

Marcus Reichmann

Bremen. Frank Laukötter bezeichnet sich selbst als einen vorsichtigen Menschen. Und deshalb benennt der seit knapp einem Monat amtierende Direktor der Kunstsammlungen Böttcherstraße auch noch nicht die drei Ausstellungen, die er 2011 im Paula Modersohn-Becker Museum zeigen möchte - die Leihverträge sind noch nicht unterschrieben. Dennoch hat Laukötter gestern erste programmatische Vorstellungen erläutert.

Im Frühjahr die Ausstellung einer Künstlerin mit Bremer Bezügen und bis Mitte des Jahres 2011 noch die "Noblen Gäste" der Bremer Kunsthalle - mehr mochte der 40-jährige promovierte Kunsthistoriker nicht zum Ausstellungsprogramm sagen. Bis Weihnachten allerdings werden Verträge mit Leihgebern geschlossen, und dann hat Frank Laukötter nach knapp zwei Monaten erste Zeichen in seiner neuen Position gesetzt.

Laukötter, der seit 2003 in der Kunsthalle Bremen, in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen und eben in der Böttcherstraße als Kurator und Kustos arbeitete, will aber auch abseits der Sonderausstellungen einiges bewegen. Vergegenwärtigen, verjüngen, vermitteln, vermitteln und noch mal vermitteln - diese Worte sind für ihn Leitlinien in seiner neuen Funktion. Dabei orientiert er sich an den drei Säulen der Kunstsammlungen Böttcherstraße, also namentlich an der Malerin Paula Modersohn-Becker, an dem Bildhauer und Baumeister Bernhard Hoetger und Sammler Ludwig Roselius. Ihr Lebenswerk will er zukünftig enger mit den Arbeiten zeitgenössischer Künstler verknüpfen, zudem Kooperationen mit Museen in Bremen und der Region ausbauen.

Mittelfristig schweben Laukötter dabei Ausstellungen rund um Modersohn-Beckers "Selbstbildnis am 6. Hochzeitstag", zu Gerhard Marcks und Bernhard Hoetger, zum Frühexpressionismus oder auch in Kooperation mit dem Focke-Museum über Möbel vor. Zudem möchte er schon ab Januar die hermetisch wirkende Trennung zwischen den beiden Museen ein Stück weit aufheben.

"Die Sammlungen schütteln" heißt für ihn etwa, dass er die in der Böttcherstraße mit Beispielen aus verschiedenen Jahrhunderten vorhandenen "Mutter und Kind"-Darstellungen zueinander in Beziehung setzt, dass er den amerikanischen Installationskünstler Mark Dion um eine Auseinandersetzung mit der Roselius-Sammlung bitten wird. Frank Laukötter spricht vorsichtig nur von ersten Ideen, die den Gegenwartsbezug der Sammlungen stärker betonen sollen.

Generell liegt ihm aber mit Staatsrätin Carmen Emigholz und Geschäftsführerin Susanne Gerlach (Böttcherstraßen GmbH) viel daran, seine Museen für junge Menschen attraktiver zu machen. Gestern fanden Laukötter und die beiden Frauen lobende Worte für die Stiftung Sparerdank der Sparkasse, die für die nächsten beiden Jahre einen hohen Förderbetrag für die Kunstvermittlung und Museumspädagogik zur Verfügung gestellt hat.

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