Mister Kupferstichkabinett Der schönste Mann von allen

Die Kunsthallenbesucher haben gewählt. Und zwar "Mister Kupferstichkabinett". Den in ihren Augen schönsten männlichen Akt, der gerade in der Ausstellung "Manns-Bilder" zu sehen ist.
28.10.2022, 17:16
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Der schönste Mann von allen
Von Alexandra Knief

Die Konkurrenz war nicht zu verachten: Ein athletischer Bogenschütze, ein beleibter Sumo-Ringer und ein muskulöser, sitzender Akt. Doch für die Kunsthallenbesucher und Instagram-Follower des Museums konnten sie alle nicht mit dem stehenden männlichen Akt mithalten, den Paula Modersohn-Becker 1906 in Paris malte. Mit langen Haaren, die Hände in die Hüften gestemmt, steht er da, die Unterhose leicht verrutscht. Er trägt ab heute den Titel "Mister Kupferstichkabinett".

Im Kupferstichkabinett nämlich ist seit Juli die Ausstellung "Manns-Bilder. Der männliche Akt auf Papier" zu sehen. Und das Museum hat seine Zuschauer darüber abstimmen lassen, wer ihrer Meinung nach den Titel "Mister Kupferstichkabinett" verdient hat. Vier Bilder standen zur Auswahl. Insgesamt 859 Menschen haben abgestimmt. 61 Prozent stimmten für das Bild von Modersohn-Becker. 18 Prozent voteten für den sitzenden Akt von Louis de Boullogne, elf Prozent für Katsukawa Shun’eis Sumo-Kämpfer und zehn Prozent der Besucher wollten den Bogenschützen von Carl Wilhelm Kolbe d. Ä. oben auf dem Treppchen sehen. 

Viele Besucher, die das Siegerbild wählten, begründeten ihre Wahl damit, dass der Akt von einer Frau gemalt wurde. Andere lobten die androgyne Darstellung, die fehlenden männlich konnotierten Symbole, die Authentizität des Bildes, an dem scheinbar nichts idealisiert wurde. Andere sagten, dass man den Mann nur von hinten sehe, mache das Bild noch einmal besonders mysteriös und werfe Fragen auf: Wohin blickt der Mann? Was denkt er? Und wieder andere Besucher konzentrierten sich eher auf die optischen Reize des Modells. So lautete eine Begründung kurz und knackig: "Der Popo ist ein Hingucker". 

Die Ausstellung "Manns-Bilder" ist noch bis zum 6. November im Kupferstichkabinett der Kunsthalle Bremen zu sehen. 

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