Junge Bremer Musiker Die Bremer Band Halftime träumt von vollen Stadien

Gerade erst hat die Band Halftime eine Teilnahme am Treffen junge Musik-Szene gewonnen. Der Start einer großen Musikkarriere? Die fünf Bremer hätten auf jeden Fall nichts dagegen.
06.12.2020, 05:00
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Die Bremer Band Halftime träumt von vollen Stadien
Von Alexandra Knief

Was die Bremer Band Halftime in zehn Jahren gerne in der Zeitung lesen würden? Dass der Klimawandel gestoppt wurde zum Beispiel. Genauso aber auch Schlagzeilen darüber, wie ihre Band auf dem Hurricane spielt, mit ihrem dritten Album die Spitze der Charts stürmt und zu den bekanntesten Musikgruppen Deutschlands gehört.

Bis dahin ist es zwar noch ein weiter Weg, aber man wird ja wohl noch träumen dürfen. Und den ersten Grundstein auf dem Weg in Richtung Musikkarriere haben Halftime gerade gelegt: Die fünf Bremer gehörten zu den Teilnehmern des diesjährigen Treffens „Junge Musik-Szene“, einem jährlichen Forum der Berliner Festspiele, für Nachwuchsmusiker zwischen elf und 21 Jahren. Den vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Wettbewerb gibt es seit 1984. Er richtet sich an Bands, Duos und Solomusiker aus allen Genres, die eigene Texte und Songs mit Botschaft schreiben. Songs eben, die etwas ausdrücken. Der Wettbewerb soll die noch jungen Musiker durch Workshop-Angebote, Austausch und Begegnungen bei der Suche nach ihrer eigenen künstlerischen Identität unterstützen.

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98 Bewerbungen sind beim diesjährigen Wettbewerb eingegangen, Halftime, die bereits beim SchoolJam und beim Bremer Schulrockfestival aufgetreten sind, gehören neben drei weiteren Bands sowie acht Solisten zu den Siegern, die nicht nur eine Urkunde erhalten, sondern normalerweise auch an einem mehrtägigen Workshop-Programm in Berlin teilnehmen können und dort ein Konzert spielen dürfen.

Dank Corona ist in diesem Jahr natürlich alles anders, Kurse und Konzerte wurden ins Internet verlegt. „Aber wir dürfen im nächsten Jahr nach Berlin fahren und dort an den Workshops teilnehmen“, sagt Halftime-Sängerin Jette Goltz erfreut. Und schon in diesem Jahr habe die Band aus den Online-Workshops einiges mitnehmen können, habe Wissenswertes über Probestrategien oder Audio- und Aufnahmetechniken gelernt und an Onlineproben teilgenommen.

2019 gegründet

Die Band ist noch so jung wie ihre einzelnen Mitglieder. Gegründet haben sich Halftime im April 2019, damals lernten sie sich in einem Bandcamp im Jugendzentrum Friese kennen. „Die Chemie hat einfach sofort gestimmt“, erinnert sich der 18-jährige Bassist Simon Hussong. Er war mit seinem jüngeren Bruder Constantin ins Bandcamp gekommen, der nun bei Halftime Schlagzeug spielt. Sängerin Jette Goltz und die beiden Gitarristen Florian Schaub (16) und Mathis Seelig (18) machen die Band komplett.

Vereint hat sie im Camp die Liebe zum Bluesrock. „Eigentlich wollten wir uns auch Blues Lee nennen“, sagt Simon Hussong und lacht. Dann habe man sich aber doch für einen anderen Namen entschieden, um sich musikalisch nicht direkt einzuschränken, man wolle schließlich auch noch mit anderen Stilen experimentieren. Schon jetzt beschreibt die Band ihren Stil eher als „Blues und Funk mit Rockeinflüssen“. Bei der Namensfindung fiel die Wahl schließlich auf Halftime, benannt nach einem musikalischen Stilmittel, in dem Passagen nur in halber Geschwindigkeit gespielt werden – ein Mittel, das auch die Bremer Nachwuchsband gern einsetzt.

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Constantin Hussong ist mit 15 das jüngste Mitglied der Band. Sängerin Goltz wird bald 20. „Der Altersunterschied ist schon besonders, da wir alle auch in ganz unterschiedlichen Lebenssituationen sind“, findet Goltz. Drei Bandmitglieder drücken noch die Schulbank, eins steckt in einer Ausbildung, und Jette Goltz hat gerade ihr Abitur gemacht. „Was uns verbindet, ist die Liebe zur Musik.“

Dass sie gerade jetzt nach ihren Erfahrungen in den Online-Workshops beim Treffen junge Musikszene nicht richtig loslegen können, macht die fünf Musiker schon traurig. Nicht einmal gemeinsames Proben ist gerade drin. „Und online funktioniert das nicht, dafür ist die Technik einfach noch nicht weit genug“, sagt Simon Hussong. Sein Vater hat eine Musikschule, wo Halftime normalerweise alle gemeinsam proben und es wieder tun werden, sobald es möglich ist. Bis dahin probt Hussong mit seinem Bruder oder tauscht sich mit Goltz über neue Texte aus.

Texte in englischer Sprache

Etwa 15 Songs haben Halftime mittlerweile schon geschrieben. Bisher sind alle Texte der Band auf Englisch. Denn, davon ist Sängerin Goltz überzeugt, „ich kann mich auf Englisch irgendwie besser ausdrücken“. Dennoch sei nicht ausgeschlossen, dass auch noch ein paar deutschsprachige Songs geschrieben werden. „Wäre ja vielleicht auch ganz cool“, sagt Goltz.

Der Plan ist, im Laufe des kommenden Jahres ein erstes Album in Eigenregie rauszubringen und sobald es Corona erlaubt, wieder Konzerte zu spielen, „denn das ist es, was uns am meisten Spaß macht und weiterbringt“, sagen Hussong und Goltz mit einer gesunden Mischung aus Gelassenheit und Ehrgeiz: „Wir nehmen die Dinge, wie sie kommen. Und wenn am Ende die große Musikkarriere dabei rauskommt – warum nicht?“

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