Bremer Filmsymposium Die "öffentlichen Feinde" sind das Thema

Bremen. Vier Tage lang Kinofilme gucken und mit anderen darüber diskutieren: Dies ist ab heute im Kino 46 in Walle möglich, wenn dort das diesjährige internationale Filmsymposium startet. Das Motto "Public Enemies - Film zwischen Identitätsbildung und Kontrolle".
20.01.2010, 16:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Uwe Wichert

Bremen. Vier Tage lang Kinofilme gucken und mit anderen darüber diskutieren: Dies ist ab heute im Kino 46 in Walle möglich, wenn dort das diesjährige internationale Filmsymposium startet. Unter dem Motto 'Public Enemies - Film zwischen Identitätsbildung und Kontrolle' zeigt das Kommunalkino in Zusammenarbeit mit der Universität Bremen bis Sonntag ausgewählte Werke, die sich mit zu 'öffentlichen Feinden' erklärten Gestalten wie Gangstern, Vampiren, Nazis oder Zombies auseinandersetzen. Experten und Medienwissenschaftler sprechen über die vorgeführten Streifen.

Filme stellen die anderen dar, die außerhalb einer Gesellschaft stehenden Personen, Filme berichten nicht nur über diese Außenstehenden, sondern können auch ihre Perspektive einnehmen, erklärt Winfried Pauleit von der Universität Bremen. 'Wir stehen auf der einen Seite, und dann gibt es die anderen, unsere Gegner, von denen wir uns abgrenzen - genau das ist Thema des Symposiums in den unterschiedlichen Bereichen.' Einen weiteren Aspekt sieht der Wissenschaftler in dem Versuch, die anderen in Schach zu halten, sie zu kontrollieren.

Wie werden die 'Public Enemies', die öffentlichen Feinde, in den unterschiedlichen Werken dargestellt? Wie beeinflussen die filmischen Darstellungen unsere Einstellungen und Empfindungen ihnen gegenüber? Und welche Auswirkungen haben diese Einflüsse auf unser Bedürfnis nach Kontrolle? Diesen Fragen wollen die Initiatoren mit geladenen Referenten und den Besuchern nachgehen.

Heute startet die Veranstaltungsreihe um 18 Uhr mit dem US-Film 'Die Dämonischen', in dem Einwohner eines kleinen Städtchens durch eine außerirdische Kraft bedroht werden. Danach bekommen die Gäste die österreichische Produktion 'Hundstage' zu sehen, in dem es um 'Dramen physischer und emotionaler Gewalt' geht, wie es in der Veranstaltungsbroschüre heißt.

Morgen Vormittag wird das Symposium dann offiziell mit einer Eröffnungsfeier, mehreren Vorträgen und Filmvorführungen eingeleitet. Höhepunkt des Tages ist der Besuch von Tom Levin ( Princeton Universität), der ab 19 Uhr auf Englisch über Kontroll- und Überwachungsszenarien in Kinofilmen spricht.

Am Sonnabend setzt sich das duale Programm aus Filmen und Vorträgen fort. Ab 10 Uhr wird der Film 'Ein Spezialist' über den Nationalsozialisten Adolf Eichmann gezeigt. Im Anschluss spricht Judith Keilbach über den 'dokumentarischen Umgang mit NS-Tätern'. Am Abend geht es dann um Gespenster, Vampire und Zombies, wenn Georg Seeßlen und Markus Metz über 'Untote als Entwicklungshelfer des kinematografischen Subjekts' diskutieren. Sonntag stehen weitere Filme zur Debatte.

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