Kunstsammlungen Böttcherstraße

Drei Bremer Sammlungen ganz neu wirken lassen

Bremen. Die Kunstsammlungen Böttcherstraße stellen sich nach dem Weggang ihres langjährigen Leiters Rainer Stamm neu vor: Bis zum 11. Juli sind dort die Neuerwerbungen der vergangenen zehn Jahre zu sehen, außerdem werden die "Noblen Gäste" aus der Kunsthalle präsentiert.
20.05.2010, 18:08
Lesedauer: 2 Min
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Drei Bremer Sammlungen ganz neu wirken lassen
Von Iris Hetscher
Drei Bremer Sammlungen ganz neu wirken lassen

Das Bild "Moorgraben" von Paula Modersohn-Becker und zwei Bilder mit demselben Motiv, aber anderer stilistischer Interpr

fr/Kunstsammlungen Böttcherstraße

Bremen. Die Kunstsammlungen Böttcherstraße stellen sich nach dem Weggang ihres langjährigen Leiters Rainer Stamm neu vor: Bis zum 11. Juli sind dort die Neuerwerbungen der vergangenen zehn Jahre zu sehen, außerdem werden die "Noblen Gäste" aus der Bremer Kunsthalle in zwei Räumen präsentiert.

Rund 50 Werke hat Rainer Stamm, der seit dem 1. Mai das Oldenburger Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte leitet, in den zehn Jahren an der Spitze der Kunstsammlungen Böttcherstraße gesammelt - diese zeigt das Museum bis zum 11. Juli. Es ist das erste Mal, dass alle Neuerwerbungen aus der Zeit zwischen 2000 und 2010 im Paula-Modersohn-Becker Museum und im Museum im Roselius-Haus zu sehen sind. Diese beiden Ausstellungshäuser bilden die Kunstsammlungen Böttcherstraße mit drei unterschiedlichen Profilen.

Die Sammlungsschwerpunkte beinhalten das Werk der früh verstorbenen Paula Modersohn-Becker (1876 bis 1907), außerdem sind Werke des Bildhauers, Kunsthandwerkers und Architekten Bernhard Hoetger (1874 bis 1949) zu sehen. Eine Sammlung mit sakraler mittelalterlicher Kunst vervollständigt das Angebot. Von Hoetger präsentiert das Museum eine kleine Frauenbüste als Studie zur "Fécondité" neben weiteren Skulpturen wie dem "Lastträger" und farbig gefassten Terracotta-Figuren aus dem Jahr 1914. Auch die Druckgrafik, um 1920 entstanden, ist zu sehen.

Eine besondere Stellung nimmt in der jetzigen Neukonzeption das Bild "Moorgraben" (1900) von Paula Modersohn-Becker ein - neben dem "Zug der klagenden Frauen" (1902) eins von zwei Modersohn-Becker-Bildern, die das Museum in der Zeit Rainer Stamms seiner Kollektion hinzufügen konnte. Das "Moorgraben"-Bild, eine Schenkung, wird gemeinsam mit zwei Bildern von Otto Modersohn ("Birkenstamm vor Moorgraben") und Fritz Overbeck ("Moorgräben") gezeigt, die dasselbe Motiv mit ganz unterschiedlichen stilistischen Ergebnissen gemalt haben.

In diese Präsentation der Paula Modersohn-Becker-Werke fügen sich die "Noblen Gäste" aus der Bremer Kunsthalle gut ein. In zwei Räumen kann man 34 Bilder der Worpsweder Künstlerin sehen, die ansonsten zum Teil sogar im Depot der Kunsthalle lagern. "Die Produktivität Paula Modersohn-Beckers lässt sich durch die Kombination der Noblen Gäste mit den Werken des Museums und der Stiftung gut nachvollziehen", so Wolfgang Werner von der Stiftung Paula Modersohn-Becker Museum.

Einen Blick zurück nach vorn werfen die zeitgenössischen Künstlerinnen Jenny Holzer, Christine Prinz und Marikke Heinz-Hoeg, die sich zum 100. Geburtstag Paula Modersohn-Beckers mit dieser auseinandergesetzt haben. Von Marikke Heinz-Hoeg ist die Videoinstallation eines Fotos zu sehen, Christine Prinz hat ein Selbstbildnis der Künstlerin mit der Fotokamera neu interpretiert. Von Jenny Holzer stammt das blaue Neon-Leuchtband, das im Treppenhaus zu sehen ist, Titel: "For Paula Modersohn-Becker" (2005). Hier nimmt sie die blauen Lichtpunkte der von Hoetger gestaltenen Decke auf und setzt sich inhaltlich mit ihrem Leben als Künstlerin und Mutter auseinander. Somit ist eine Hommage an beide Künstler gelungen.

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