Bremer Theater zeigt "Don Giovanni" Ein Wüstling bäumt sich noch mal auf

Bremen. Ihre Inszenierung von "Zaide/Adama" wurde zur Operninszenierung des Jahres gewählt - jetzt wagt sich Regisseurin Andreas Moses an ein Heiligtum vieler Opernfreude: Mozarts "Don Giovanni" feiert am Samstagabend Premiere im Theater am Goetheplatz.
04.02.2010, 18:04
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Ein Wüstling bäumt sich noch mal auf
Von Iris Hetscher

Bremen. Ihre Inszenierung von "Zaide/Adama" wurde zur Operninszenierung des Jahres gewählt - jetzt wagt sich Regisseurin Andreas Moses an ein Heiligtum vieler Opernfreude: Mozarts "Don Giovanni" feiert am Samstagabend Premiere im Theater am Goetheplatz.

Damit hat sich Moses ein Stück ausgesucht, dass originäres Volkstheater ist, sich über die Jahrhunderte der Rezeptions- und Bearbeitungsgeschichte aber zu einem hochartifiziellen Stück Musiktheater entwickelt hat. Oder auch: Mozart hat den "Giovanni" als Opera Buffa, als komische Oper gesehen - aus dem "bestraften Wüstling", so der Untertitel, ist mittlerweile längst eine tragische Figur geworden. Der Wüstling ist ein Getriebener, dessen Ende unabwendbar ist. Das bedeutet allerdings nicht, dass die Handlung trotz des finsteren Endes nicht turbulent ist und die Musik von unglaublicher Wandlungsfähigkeit geprägt: Ernst, Komik, Dramatik, Burleske machen das Werk zur "Oper aller Opern", wie einer der vielen Bewunderer E. T. A. Hoffmann sagte.

Die Geschichte ist, wie es sich für Volkstheater gehört, einfach, aber nicht simpel: Der große Verführer Don Giovanni treibt es zu weit und erschießt den Komtur, den Vater von Donna Anna, in deren Schlafzimmer er zuvor eingedrungen ist. Donna Annas Verlobter Ottavio verspricht, den Komtur zu rächen. Auf der Suche nach weiteren Abenteuern trifft Giovanni zunächst auf seine ehemalige Geliebte Donna Elvira, die darüber klagt, zunächst von einem Mann verführt und dann von ihm verlassen worden zu sein.

Don Giovanni verspottet sie - auf seinem weiteren Weg, den er mit seinem Diener Leporello beschreitet, begegnet dem bäuerlichen Liebespaar Masetto und Zerlina und beschließt, dass die Braut sein nächstes Opfer wird. Er lädt die komplette Gesellschaft in sein Haus ein. Dort versucht Don Giovanni Zerlina zu verführen, was misslingt. Hinter Masken verborgen treffen Donna Elvira, Don Ottavio und Donna Anna ein und beschuldigen Giovanni des Mordes.

Der Edelmann und sein Diener fliehen - Leporello bedeutet seinem Herrn, nun sei er zu weit gegangen. Dieser versucht derweil Donna Elviras Kammerzofe zu verführen und inszeniert dafür ein Verwechslungsspiel, das nach einer Schlägerei schließlich auf dem Friedhof endet.

Hier, an der Grabmalstatue des Komturs, brüstet sich Don Giovanni erneut seiner Taten und ist sogar so übermütig, das Standbild zum Nachtmahl einzuladen. Der steinerne Gast erscheint auch und nimmt Don Giovanni mit in die Hölle. Für die Übriggebliebenen geht es weiter: Donna Elvira geht frustriert ins Kloster, Donna Anna und Ottavio wollen bis zu ihrer Hochzeit noch ein Jahr warten und Masetto und Zerlina gehen erst einmal essen.

Wie es sich für Volkstheater gehört, gibt es eine Moral von der Geschicht (lieto fine): "Also stirbt, wer Böses tat". So heißt es in der Schlussarie.

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