Ausstellung „Deutsch und Jüdisch“ im Auswandererhaus Bremerhaven mit seltenen Exponaten Einsteins Trinktassen für Schokolade

Bremerhaven. Über Albert Einstein schien alles bekannt zu sein, und dennoch bieten zwei kleine, zierliche Schokoladentrinktassen in einer neuen Ausstellung im Bremerhavener Auswandererhaus einen ganz anderen Blickwinkel auf den großen Physiker. Sie verquicken familiäre Intimität mit der Geschichte des gesellschaftlichen Aufstiegs des deutschen Judentums.
27.08.2016, 00:00
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Einsteins Trinktassen für Schokolade
Von Uwe Dammann

Bremerhaven. Über Albert Einstein schien alles bekannt zu sein, und dennoch bieten zwei kleine, zierliche Schokoladentrinktassen in einer neuen Ausstellung im Bremerhavener Auswandererhaus einen ganz anderen Blickwinkel auf den großen Physiker. Sie verquicken familiäre Intimität mit der Geschichte des gesellschaftlichen Aufstiegs des deutschen Judentums.

Durch ihre Entstehungs- und Überlieferungsgeschichte berichten sie außerdem sowohl von intellektuellen Höhepunkten deutscher Juden im 19. Jahrhundert als auch von der Verfolgung im Nationalsozialismus. „Der Nobelpreisträger hätte wohl die verschiedensten Dinge aus seinem Hausstand für seine Ausreise auswählen können und dennoch entschied er sich, ausgerechnet die fragilen Tassen aus längst vergangenen Kindertagen ins Exil mitzunehmen“, erklärt Miriam Bistrovic, Kuratorin der Ausstellung „Deutsch und Jüdisch“ des Leo-Baeck-Institutes, die derzeit in Bremerhaven zu sehen ist.

Führende deutsch-jüdische Intellektuelle wie Hannah Arendt und Martin Buber gründeten 1955 das Leo Baeck Institut in Jerusalem, London und New York, um das kulturelle Vermächtnis des deutschsprachigen Judentums zu bewahren. Heute, 60 Jahre später, verfügt das Forschungsinstitut in New York über eine einzigartige Sammlung von Dokumenten, Büchern, Briefen, Notizen und anderen Besitztümern, die meist von jüdischen Geflüchteten oder ihren Nachfahren stammen und als familiäre Nachlässe, geborgene Gemeindeunterlagen oder restituierte Artefakte in das Archiv gelangten. Zum ersten Mal in seiner Geschichte zeigt das Leo-Baeck-Institut New York jetzt einige seiner exklusiven Stücke in Deutschland. Vier ausgewählte Objekte symbolisieren in einer Kabinettausstellung Momentaufnahmen der wechselvollen Geschichte jüdischen Lebens in Deutschland. Erste Station der Wanderausstellung ist vom 28. August bis zum 10. September das Deutsche Auswandererhaus Bremerhaven. Danach ist die Ausstellung in Felsberg, Erfurt und Frankfurt am Main zu sehen.

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