Dokumentarfilm-Premiere im Bremer Cinema Einzigartige Flugreise über die Nordsee

Bremen. Malerische Priele, Inseln und Halligen zeigt der Dokumentarfilm "Die Nordsee von oben". Die Filmemacher Silke Schranz und Christian Wüstenberg haben den Film am Dienstag im Bremer Cinema präsentiert.
08.06.2011, 10:59
Lesedauer: 2 Min
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Von Barbara Debinska

Bremen. Malerische Priele, Inseln und Halligen zeigt der Dokumentarfilm "Die Nordsee von oben". Die Filmemacher Silke Schranz und Christian Wüstenberg haben den Film am Dienstag im Bremer Cinema präsentiert.

Zurücklehnen, entspannen und staunen - der erste deutsche Kinofilm, der die Nordsee und das Wattenmeer durchgehend aus der Vogelperspektive zeigt, ist eine einzigartige Flugreise entlang der deutschen Nordseeküste von Emden in Ostfriesland über das Weltnaturerbe Wattenmeer, die Elbe stromaufwärst bis Hamburg über Halligen und Inseln bis zum nördlichsten Punkt Deutschlands, Sylt.

Mit nordischem Zungenschlag dokumentiert Nordlicht Christian Wüstenberg die Aufnahmen. Dabei erfährt der Zuschauer nicht nur, dass jährlich 20.000 Tonnen Müll in der Nordsee landen und die Insel Trischen die internationale Drehscheibe im Vogelflugverkehr ist. Im Film wird auch erklärt, dass Hamburgs ältestes Gebäude auf einer Insel steht und dass den Nord-Ostsee-Kanal im Jahr mehr Schiffe passieren als den Panamakanal und Suezkanal zusammen. Faszinierende Luftaufnahmen begleiten stets all die liebevoll formulierten und detailliert recherchierten Informationen.

Unaufgeregt und humorig erzählte Geschichten

Man lernt auch Menschen kennen, die an der Küste, auf Inseln oder Halligen leben - sei es der Deichschäfer, der Krabbenfischer oder der Kinofilm-Luftkurier der Ostfriesischen Inseln. Ihre Geschichten sind unaufgeregt erzählt mit netten, kleinen, humorigen Einlagen, die hier und da ein Schmunzeln entlocken.

Als Christian Wüstenbergund seine Kollegin Silke Schranz in einer Serie auf arte Luftaufnahmen von der Nordsee und vom Wattenmeer gesehen haben, waren sie verblüfft, wie schön die Landschaften sind. Vor allem Wüstenberg der aus Otternberg bei Cuxhaven kommt, hat seine Heimat kaum wieder erkannt.

90 Minuten aus 40-Stunden-Material extrahiert

Kurzum haben die Filmemacher bei der Hamburger Produktionsfirma Vidicom angefragt, ob es noch mehr solcher Luftaufnahmen gebe. Und ja, es gab noch massig unveröffentlichtes Filmmaterial: 40 Stunden Nordsee von oben. Ein Jahr lang haben Wüstenberg und Schranz gesichtet, sortiert und geschnitten - konnten sich oft nur schwer von manchen Aufnahmen trennen. Das Ergebnis ist eine 90-minütige Naturdokumentation mit Luftbildern von Peter Bardehle und Klaus Stuhl. Unterlegt ist der Film mit Instrumental-Musik. Zudem dokumentiert Christian Wüstenberg die Aufnahmen aus dem Off.

Wenn sich der Nordsee-Film erfolgreich finanziert, könnte es laut der Filmemacher eine Fortsetzung der Naturdoku geben - an Filmmaterial aus der Vogelperspektive mangelt es gewiss nicht.

Gestochen scharfe und ruckelfreie Bilder

Eine Helikopterkamera hat diese atemberaubenden Aufnahmen gemacht. Ursprünglich für den amerikanischen Geheimdienst CIA zu Spionagezwecken entwickelt, hat die Kamera jetzt einen Schatz besonderer Natur gehoben in gestochen scharfen und ruckelfreien Bildern. Selbst wenn der Hubschrauber in einem Kilometer Höhe mit 100 Stundenkilometern unterwegs ist, zoomt der Kameramann das Teleobjektiv bis auf die Augen einer Robbe auf einer einsamen Sandbank heran.

Nach einer Stunde kann es dem ein oder anderen Kinobesucher vor lauter schwebenden, gleitenden und gezoomten Filmaufnahmen etwas schwindelig werden. Dennoch ist "Die Nordsee von oben" ein absolut sehenswerter Film, der aus ungewöhnlicher Perspektive die nordischen Naturlandschaften, Häfen, Städte und Menschen neu entdecken lässt.

Bundesweit startet "Die Nordsee von oben" am 9. Juni in den Kinos. In Bremen ist der Film im Cinema im Ostertorzu sehen.

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