Mathias Döpfner zur Medienzukunft

Emanzipation vom Papier

Berlin. Der neue Präsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), Mathias Döpfner, sieht die Zukunft der Branche im Digitalen. „Wir müssen es hinbekommen, die Idee der Zeitung vom Papier zu emanzipieren“, sagte der Vorstandsvorsitzende des Medienhauses Axel Springer am Montag in Berlin.
27.09.2016, 00:00
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Von Caroline Bock

Berlin. Der neue Präsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), Mathias Döpfner, sieht die Zukunft der Branche im Digitalen. „Wir müssen es hinbekommen, die Idee der Zeitung vom Papier zu emanzipieren“, sagte der Vorstandsvorsitzende des Medienhauses Axel Springer am Montag in Berlin. Das sei mit Blick auf das Jahr 2050 die historische Aufgabe für die Unternehmen. Beim Zeitungskongress hob der BDZV-Präsident hervor, in aufgeregten Zeiten seien unaufgeregter Journalismus, kritische Recherche und nüchterne Einordnung besonders wichtig. Nach der Silvesternacht von Köln hätten Journalisten und Verleger „eine ganz schlechte Figur“ abgegeben, räumte Döpfner ein. „Reporter haben nicht gründlich genug recherchiert.“ Glaubwürdigkeit bedeute auch, die unangenehmen, vielleicht auch politisch inkorrekten Dinge beim Namen zu nennen. „Zeitungen müssen schreiben, was ist.“ Döpfner ist beim Zeitungsverband Nachfolger des langjährigen Präsidenten Helmut Heinen. Er forderte eine neue Medienpolitik in Europa, was Online-Inhalte angeht. „Wir liefern die Inhalte kostenlos – das Geld, und zwar fast hundert Prozent, verdienen andere“, kritisierte Döpfner. Der Staat sei in der Pflicht, der alltäglichen Enteignung von Verlagen ein Ende zu setzen“. Es brauche eine europäische Lösung, die über das deutsche Recht hinausgehe.

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