Serie Bremer Theaterprofis: Der Tonmeister

Fingerspitzengefühl an Reglern und Knöpfen

Bremen. Eng und dunkel ist es an Normen Hansens Arbeitsplatz. Dafür hat er wahrscheinlich die beste Sicht auf die Aktionen der Schauspieler. Über die Köpfe des Publikums hinweg sorgt Normen Hansen für den guten Ton auf der Bühne im Schauspielhaus.
16.04.2010, 08:54
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Von Simone Gorecki
Fingerspitzengefühl an Reglern und Knöpfen

Normen Hansen mag seinen abwechslungsreichen Beruf am Theater.

Simone Gorecki

Bremen. Eng und dunkel ist es an Normen Hansens Arbeitsplatz. Dafür hat er wahrscheinlich die beste Sicht auf die Aktionen der Schauspieler. Über die Köpfe des Publikums hinweg sorgt Normen Hansen für den guten Ton auf der Bühne im Schauspielhaus.

Ein dickes Script liegt auf dem Mischpult: Damit zum richtigen Zeitpunkt die passenden Geräusche auf dem Bühne zu hören sind, muss auch der Tonmeister den Text des Theaterstücks genau verfolgen. Einen verpassten Einsatz bemerkt das Publikum schließlich nicht nur bei den Schauspielern. Während die Proben für „ Einsame Menschen“ knarzt immer wieder die Gegensprechanlage: Mit der Regie bespricht Normen Hansen die Musik-Einsätze.

Als Tonmeister ist er neben der perfekten Aussteuerung der Mikrofone auf der Bühne für das Abspielen der Musik zwischen den Szenen beim Stück „Einsame Menschen“ zuständig. „Während der Umbauten soll die Spannung des Stücks erhalten bleiben, was auch gut funktioniert. Da macht dann selbst ein einfacher Vorgang wie das Abfaden (langsam ausklingen lassen, Anm. d. Red.) der Musik Spaß.“ Die Musikstücke wurden eigens für das Stück entwickelt und aufgenommen. Per Laptop können die Musiker genau auf den Raum anpassen.

Seit sieben Jahren ist Hansen nun Tonmeister am Theater am Goetheplatz und damit Herr über Regler und Schieber seines Mischpults. Seine Anfangszeit ist ihm besonders in Erinnerung geblieben: „Damals spielten wir im Musical Theater im Richtweg, weil das Theater umgebaut wurde.“ ‚My Fair Lady‘ und ‚Hamlet‘ waren die ersten Produktionen, an denen er mitgearbeitet hat, und Normen Hansen erlebte zu ersten Mal, was er vorher nur von der Arbeit an der Bühne erahnte oder nur aus dem Fernsehen kannte.

Dabei war es anfangs gar nicht seine Intention ans Theater zu gehen. Nach seiner Ausbildung an der School of Audio Engeneering, die es in Köln, Hamburg und München gibt, hörte er von einem Bekannten, dass am Bremer Theater eine Stelle frei war: „Und da dachte ich, das schaue ich mir mal an, das mach‘ ich mal.“

Bis heute fasziniert ihn die Abwechslung in seinem Job. Schließlich gebe es genug Kollegen, die ausschließlich im Studio sitzen und Werbespots vertonten. „Meine Arbeit gefällt mir so gut, weil wir Stücke haben, bei denen die Musik live ist, oder bei denen wir mit vorproduzierten Musiken arbeiten. Im Rahmen von Opernproduktionen arbeite ich auch mit einem Orchester zusammen“, freut sich Hansen.

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