Gastspiel im Bremer Pier 2 Frank Turner: Englands Antwort auf Bruce Springsteen

Frank Turners aktuelles Album hat den wunderbaren Namen „Positive Songs For Negative People“. Sein Konzert 2013 im Aladin war ausverkauft, jetzt soll es eine Nummer größer im Pier 2 weiter gehen soll.
08.12.2015, 16:50
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Frank Turner: Englands Antwort auf Bruce Springsteen
Von Uwe Dammann

Er war einst ein Schulkamerad von Prinz William auf dem feinen College in Eton, kommt aus der englischen Upper-Class – wurde dann als Sänger der Hardcore-Band „Million Dead“ bekannt und ist mittlerweile als viel gefragter Solokünstler unterwegs. Die Rede ist von Frank Turner, der am 16. Januar 2016 nach Bremen ins Pier 2 kommt.

Sein aktuelles Album hat den wunderbaren Namen „Positive Songs For Negative People“. Sein Konzert 2013 im Aladin war ausverkauft, sodass es jetzt eine Nummer größer im Pier 2 weiter gehen soll. Begleitet wird Frank Turner von „The Sleeping Souls“.

Der Mann ist zweifellos ein Phänomen im Musikbusiness und gilt längst als englische Antwort auf Bruce Springssteen. 2000 Konzerte soll er sage und schreibe in den vergangenen zehn Jahren live gespielt haben. Längst tritt er nicht mehr wie einst mit der Punkband in gammeligen Eckkneipen auf, mittlerweile füllt er problemlos die großen Hallen und seine Textzeilen zieren als Tattoo inzwischen so manchen Bizeps.

Sein größter Auftritt bislang: Bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele 2012 in London spielte er im Olympiastadion vor rund 80.000 Besuchern und stand mit illustren Stars wie Paul McCartney oder Mike Oldfield auf einer Bühne. Wer den Mann live gesehen hat oder ein Interview von ihm kennt, wird es bestätigen können: Dieser Musiker ist kein klassischer Rockstar. Jedwede Allüren scheinen Turner fremd zu sein.

Fast schon kumpelhaft präsentiert er sich im Gespräch von einer Seite, die dem einen oder anderen seiner Kollegen mit den Jahren abhandengekommen ist: „Ich bin auch nur ein Mensch. An mir ist nichts Besonderes. Warum sollte ich mich also wie ein Arschloch aufführen?“, sagte er einst. Sympathische Worte eines Musikers, der weiß, wovon er spricht: „Ich war nicht immer so. Es gab auch Zeiten, in denen ich über die Stränge geschlagen habe. Aber diese Phase war zum Glück nur eine sehr kurze. Mir wurde schnell klar, dass man von Leuten, die man schlecht behandelt, kein Dankeschön erwarten kann. Und da ich selbst nicht gerne schlecht behandelt werde, habe ich dieses Verhalten auch schnell wieder ad acta gelegt.“

1981 in Hampshire, England geboren, beginnt er seine Musikkarriere als Sänger der Hardcore Band „Million Dead“ die bis 2005 zwei Alben veröffentlicht hat. Die strenge Schulzeit in Eton, sagt er, habe ihn zum Punk gebracht. In der Folgezeit wendet sich der Musiker dem Folk zu. Konsequenterweise benennt er seine erste Solo-EP von 2006 „Campfire Punkrock“. Anfang 2007 erscheint das Full-Length-Debüt „Sleep Is For The Week“.

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Frank Turners warme, authentische Stimme und die Gitarreklänge, mit der er seine Texte begleitet, scheinen einen Nerv zu treffen. Er singt vom Leben, vom Verlieren und von der Liebe. Leider dauerte es im deutschen Sprachraum bis Juli 2009, bis sein zweites Album „Love Ire & Song“ auf den Markt kommt. Auf der Insel stand die Scheibe schon über ein Jahr in den Läden, im Herbst 2009 wartete schon das nächste Album „Poetry Of The Deed“ auf die Fans. wird. „England Keep My Bones“ (2011) kratzt schon fast an den britischen Top Ten, nachdem Turner und seine Band im Juli 2012 bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Sommerspiele im Olympiastadion London vor 80.000 Zuschauern und einem weltweiten TV-Publikum auftraten, erreichte „Tape Deck Heart“ im Folgejahr sogar Platz zwei. Auch in dem neuen Album „Positive Songs For Negative People“ steckt wieder vieles drin, was den vor knapp zehn Jahren eingeschlagenen Solo-Weg des Briten bisher ausgezeichnet hat: Leidenschaft, die er auch und vor allem live auf die Bühne bringt.

Wie ein Großteil von Turners Musik beschäftigt sich auch dieses Album mit den großen Themen des Lebens und verpackt sie in einen Mix aus kraftvollen Hymnen und gefühlvollen Balladen. Insgesamt spiegelt das Album den Weg wider, den Frank Turner in den vergangenen zehn Jahren hinter sich gebracht hat. „Es wurde komplett live aufgenommen, und das Endergebnis ist genau so, wie ich es mir gewünscht hatte“, sagt Turner. Der Musiker hat sich Inseln geschaffen und dabei starke Beziehungen aufgebaut. „Positive Songs For Negative People“ zeigt Turners nachdenkliche sowie überschwängliche Seite, es zeugt von der Punk-Vergangenheit ebenso wie von Singer/Songwriter-Qualitäten.

Frank Turner kommt am 16. Januar ins Pier 2. Karten gibt es bei Nordwest-Ticket.

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