Diskussion um Bespielung der Seebühne Harsche Worte von Ex-Intendant Frey

Bremen. Trotz der Bemühungen, die Seebühnen-Bespielung für 2011 sicherzustellen, haben die Wirtschaftsförderung Bremen und der Senator für Kultur noch einmal übereinstimmend erklärt, dass das Bremer Theater dort nicht auftreten wird. Harsche Kritik
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Harsche Worte von Ex-Intendant Frey
Von Alexandra Albrecht

Bremen. Trotz der Bemühungen Bremer Bürger, die Seebühnen-Bespielung für den kommenden Sommer sicherzustellen, haben die Wirtschaftsförderung Bremen und der Senator für Kultur gestern noch einmal übereinstimmend erklärt, dass das Bremer Theater dort 2011 nicht auftreten wird.

Vertreter des Wirtschafts- und Kultursenators hatten am Freitag noch einmal mit den Sponsoren zusammengesessen, die das Engagment an der Waterfront retten wollen. Trotz derer Bemühungen bleibe aber eine Finanzierungslücke für die öffentliche Hand, sagte Klaus Sondergeld von der Bremen Marketing Gesellschaft gestern. Bei einem durchschnittlichen Kartenpreis von 40 Euro würde bei einer Auslastung von 50 Prozent ein nicht abgedecktes Risiko von 400000 Euro bestehen bleiben. Dieses reduziere sich auf 200000 Euro, wenn 70 Prozent der Karten verkauft werden könnten.

Bremens ehemaliger Theaterintendant Hans-Joachim Frey versteht nicht, warum die Kulturbehörde die angeblich zugesagten 450000 Euro der Sponsoren nicht nutze, zumal sein Honorar ja sowieso bezahlt werden müsse. Das sieht der Auflösungsvertrag des früheren Intendanten vor. 2011 sei ein günstiges Jahr für eine Seebühnen-Bespielung, weil es kein Fußball-Großereignis gebe und die Schulferien erst spät beginnen würden. Frey sieht sich als Opfer eines 'ideologisierten politischen Kampfes gegen die Event-Kultur'. 'Ich habe das Gefühl, dass die Kulturbehörde mich nicht will', sagte er gestern. Klaus Sondergeld sieht den ehemaligen Intendanten dagegen als Opfer zweier von ihm verursachter Defizite. 'Marie Antoinette' und die diesjährige Seebühnen-Bespielung mit 'Turandot' haben ein Minus hinterlassen.

Der Betriebsrat des Theaters verfolgt die Diskussion um die Seebühnen-Bespielung 'interessiert und amüsiert', sagte Dieter Leinfelder gestern. 'Wie will Frey das denn finanzieren?', fragte er. 'Die Seebühne hat ihren Reiz, mir haben die Aufführungen dort gefallen. Aber in der Belegschaft ist die Stimmung gemischt.' Der Betriebsrat erinnerte daran, dass die Beschäftigten über Jahre wegen des Konsolidierungsplanes für das Theater Gehaltsverluste hinnehmen müssten. 'Wir möchten auf keinen Fall, dass für die Seebühne auch nur ein Euro in den Sand gesetzt wird', so Leinfelder.

Hans-Joachim Freys Einwand, dass die Auslastung für 'Turandot' unter der Fußball-WM und der Schafskälte gelitten habe, hält Dieter Leinfelder für 'Quatsch'.

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