Bremen Heiße Rhythmen in der Bremer Glocke

Bremen. Sie fegen wie ein Sturmwind durch die Glocke: lautstark und mit Urgewalt. Aber stets fröhlich und mit überschäumender Gefühlsfülle. Auf ihrer 18.Deutschlandtournee wissen die Harlem Gospel Singers, zweifellos Spitze im Reigen diverser Gospelchöre der US-Ostküste, wie man ein norddeutsches Publikum aufmischt.
09.01.2010, 15:50
Lesedauer: 1 Min
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Von Gerd Klingeberg

Bremen. Sie fegen wie ein Sturmwind durch die Glocke: lautstark und mit Urgewalt. Aber stets fröhlich und mit überschäumender Gefühlsfülle. Auf ihrer 18.Deutschlandtournee wissen die Harlem Gospel Singers, zweifellos Spitze im Reigen diverser Gospelchöre der US-Ostküste, wie man ein norddeutsches Publikum aufmischt. Mit 'The Power of the Lord is here' wird gleich zu Beginn die Thematik festgeklopft: ein Gottesdienst also, voll ungewohnter Leidenschaft. Queen Esther Marrow singt mit sattem, leicht erdigem Sound; das soulige Timbre erinnert frappant an Gospellegende Mahalia Jackson. Tänzelnd betreten die neun Chorsänger die Bühne, wiegend, klatschend, permanent in Bewegung. Die Choreografie ist ausgefeilt, wirkt aber wie spontan initiiert.

Adoration 'How great Thou art', nicht minder zu Herzen gehend das emphatische Credo 'I believe'. Die tiefe Aussage dieser innig vorgetragenen Gospels, bei denen jeder Ton zelebriert wird, ist verständlich, kommt bestens rüber. Bekannte Oldies wie 'Lord stand by me' oder 'Joshua fit de battle of Jericho' werden in narrativem Dialog und freier Ausgestaltung plastisch dargestellt. Dazwischen brilliert der Pianist mit furiosen Soli, bei denen er, angefeuert vom 'Yeah' des Chores, wild auf die Tastatur eindrischt. 'Move on up' heißt das Tour-Motto; und so schraubt sich das Ensemble hoch zu immer ekstatischerem Gesang mit rappenden und kreischenden Einwürfen.

Queen Marrow bringt ein Medley mit Jazz-Klassikern wie 'Sitting at the dock oft the bay' und 'Georgia on my mind' unnachahmlich cool zu Gehör. Als Michael-Jackson-Hommage erklingt 'Man in the mirror' in einer neuen Variante. 'Didn't it rain' mutiert zu einer ausgiebigen Session, teils banal, teils hochdramatisch ausstaffiert. Die

Botschaft samt Vision einer besseren Welt versinkt großteils in massivem Schalldruck und mangelnder Textverständlichkeit, aber die Show ist perfekt. Frenetischer Beifall.

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