Neu im Kino: Mein ziemlicher kleiner Freund / Liebeskomödie mit Charme aus Frankreich „Ich bin nicht zu übersehen“

Bremen. Er sieht gut aus, ist charmant und erfolgreich im Job, hat Geld, ein großes Auto – eigentlich alles, was Frauen gefallen könnte. Nur leider ist der Mann nur 1,36 Meter groß.
01.09.2016, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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„Ich bin nicht zu übersehen“
Von Uwe Dammann

Bremen. Er sieht gut aus, ist charmant und erfolgreich im Job, hat Geld, ein großes Auto – eigentlich alles, was Frauen gefallen könnte. Nur leider ist der Mann nur 1,36 Meter groß. Und damit in den Augen der Damenwelt allenfalls ein Scheinriese. Und dennoch kommt es dazu, dass sich die schöne Diane und Alexandre ineinander verlieben. Auch – oder vielleicht sogar wegen dieses Größenunterschiedes zwischen ihnen. Der Film „Mein ziemlicher kleiner Freund“ erzählt eine zwar vorhersehbare, aber dennoch charmante Liebesgeschichte mit Humor. Nicht mehr und nicht weniger. Kino mit Tiefgang sollte keiner erwarten, dafür aber lustige und kluge Dialoge in einer leichten französischen Romanze.

Doch der Reihe nach: Diane lässt ihr Handy in einem Restaurant liegen, kurze Zeit später klingelt in ihrer Wohnung das Telefon. Am Apparat ist der Finder – Alexandre. Mit Witz überredet er die Anwältin zu einem Treffen. Auf die Frage, wie sie ihn erkennt, antwortet der Architekt: „Ich bin nicht zu übersehen.“ Laurent Tirard hat die Regie in diesem Film mit Starbesetzung und ist auch für das Drehbuch verantwortlich. In den Hauptrollen sind Oscarpreisträger Jean Durjardin („The Artist“) und Virginie Efira („Birnenkuchen mit Lavendel“) zu sehen. Jean Dujardin hatte sich bereits mit seiner Hauptrolle in der Stummfilm-Hommage „The Artist“ als tanzender Frauenschwarm betätigt. Diesen Ruf verteidigt er auch in dieser Liebeskömodie. Doch etwas ist völlig anders als in „The Artist“, denn der 1,82-Meter-Mann Dujardin ist mächtig geschrumpft und verkörpert dank optischer Tricks den Kleinwüchsigen.

Klar, dass sich allein aus dieser Romanze eines „Kleinen“ mit der normal großen Virginie Efira skurrile und lustige Szenen ergeben. Dabei verzichtet Tirard auf Zwergen-Zoten und begegnet dem kleinen Mann und seiner großen Liebe mit Respekt, aber nicht ohne Augenzwinkern. Von seinem Stuhl im Café kommt Alexandre beispielsweise nicht mit den Füßen auf den Boden, im Auto kann er gerade so übers Lenkrad schauen. Die attraktive Diane ist beim ersten Treffen zwecks Handyübergabe überrascht und hilflos. Wie soll sie reagieren auf einen Mann, den sie deutlich überragt? Alexandre meistert die Situation – „Krieg und Mundgeruch sind schlimm, aber meine Größe?“ – und überredet Diane, einen Termin abzusagen und mit ihm in einer Stunde ein „unvergessliches Erlebnis“ zu wagen. Die Anwältin kann sich der Bestimmtheit Alexandres nicht entziehen und willigt ein.

Der Fallschirm-Tandemsprung der beiden ist buchstäblich ein Start ins Ungewisse. Die Romanze nimmt ihren klassischen Verlauf: Nach der ersten Leichtigkeit in vielen schönen Begegnungen kommt die kritische Phase. Diane ist zwar verliebt, findet aber gleichzeitig, dass sie ein groteskes Paar abgeben, zumal ihre Freunde und die Eltern entsprechend auf Alexandre reagieren. Bleiben die beiden zusammen, können sie mit den Reaktionen ihres Umfelds umgehen? Der Film bleibt sich treu, auch das Ende ist konventionell – und wieder spielt ein Fallschirm eine Rolle.

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