Schauspielerin Ingeborg Heydorn ist tot

Im Bett mit Loriot

Die am 20. Juli 1930 in Bremen geborene Schauspielerin Ingeborg Heydorn ist tot. Wie erst jetzt bekannt wurde, starb sie am 22. Mai. Drei Jahre lang war Heydorn Sketch-Partnerin von Loriot.
31.05.2016, 00:00
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Im Bett mit Loriot

Ingeborg Heydorn.

Roland Scheitz

Die am 20. Juli 1930 in Bremen geborene Schauspielerin Ingeborg Heydorn ist tot. Wie erst jetzt bekannt wurde, starb sie am 22. Mai. Drei Jahre lang war Heydorn Sketch-Partnerin von Loriot.

Als eine „zwar anstrengende, aber schöne Zeit“ beschrieb die Schauspielerin Ingeborg Heydorn die Jahre als Sketch-Partnerin des Humoristen Vicco von Bülow alias Loriot: In seinen von Radio Bremen produzierten TV-Formaten gab sie ab Mitte der 70er-Jahre ein ums andere Mal den komischen Sidekick, darunter in den Nummern „Fernsehabend“, „Anzugkauf“ und „Eheberatung“.

Heydorn wuchs mit zwei Geschwistern im Ostertor auf; ihren Vater verlor sie früh. Die Poesie reizte sie schon als junges Mädchen; auf einem Stuhl habe sie in ihrer Kindheit wiederholt gestanden und Gedichte deklamiert, erzählte sie später. Doch ihren Berufswunsch – Soubrette – beschied ihre Mutter abschlägig.

So hospitierte Ingeborg Heydorn zunächst als Kindergärtnerin, meldete sich aber 1949 auf ein Zeitungsinserat, das ihr zur ersten Rolle verhalf: einer Magd in der Komödie „Für die Katz“ im Bremen Boys Club, Slevogtstraße.

Ihre Schauspielausbildung in Hamburg finanzierte sie durch Kinderbetreuung, Spaziergänge mit Blinden sowie Servier- und Putzjobs. Auf die Diplomprüfung, 1955, folgte das erste Engagement in Verden. Hernach spielte sie – mit einigen Unterbrechungen – gut fünf Jahrzehnte am Waldau-Theater, wo ihr die Vorzüge der niederdeutschen Sprache nahegebracht wurden.

Als Heydorn 2009 in Walle die Titelrolle in „Fro Pieper leevt gefährlich“ gab, jubelte der Kritiker dieser Zeitung: „Die Pfiffigkeit und der Mutterwitz dieser Figur kamen bei ihr von innen. Sicher setzte Ingeborg Heydorn die Pointen und war abendfüllend präsent. In dieser Rolle etablierte sie sich endgültig als Volksschauspielerin.“

Auf das Jahr 2004 datiert ihre letzte Rolle an der Waller Bühne: als Abby Brewster in der schwarzen Komödie „Arsen und Spitzenhäubchen“. Auf morbide Weise lustig war auch der Part, mit dem Heydorn ihr 60-jähriges Bühnenjubiläum feierte: 2009 stand sie als Mrs. Wilberforce in „Ladykillers“ im Rampenlicht – in einer Produktion des Union-Theaters. Verdient um Bremen machte sich Ingeborg Heydorn im Verbund mit Inge Wrieden. Ab dem Jahr 2000 verkörperten sie Madda und Kede, Putzfrauen mit Missingsch-Mundwerk.

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