Erstmalig Clubnacht an 14 Orten mit 27 Bands von Achim bis Vegesack Jazzahead in Bremen

Bremen. Neuerungen und Veränderungen prägen die sechste Ausgabe der Messe Jazzahead, die vom 28. April bis 1. Mai stattfindet. Damit passt sich Jazzahead den Wünschen seiner Aussteller an, sucht erneut auch den Kontakt zur und in die Stadt außerhalb des Messegeländes.
25.04.2011, 05:00
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Von Christian Emigholz

Bremen. Neuerungen und Veränderungen prägen die sechste Ausgabe der Messe Jazzahead, die vom 28. April bis 1. Mai stattfindet. Damit passt sich Jazzahead den Wünschen seiner Aussteller an, sucht erneut auch den Kontakt zur und in die Stadt außerhalb des Messegeländes beispielsweise mit einer Clubnacht an 14 Orten von Achim bis Vegesack.

Als im Jahr 2006 Jazzahead zum ersten Mal im Congress Centrum Bremen (CCB) stattfand, war das Interesse an einer Messe zum Thema Jazz zwar durchaus im In- und Ausland vorhanden, aber die Zahl der Aussteller blieb noch überschaubar. Daneben lockte die Messe mit teilweise hochkarätig besetzten Abendkonzerten (John Scofield, Bobo Stenson, Bugge Wesseltoft, Maria Joao) auch das "normale" Jazzpublikum an. Großen Anklang fand Jazzahead auch mit seiner Erfindung, dem German Jazz Meeting, bei dem mit Kurzauftritten Jazzfans eine schnelle Durchsicht des aktuellen deutschen Jazz geboten wurde. Dieses Format veranlasste zugleich auch Veranstalter aus dem europäischen Ausland zur sofortigen Verpflichtung der einen oder anderen Band. Eine Reihe von Vorträgen, Symposien, Workshops sowie Filme zum Jazz rundeten diese erste Messe ab.

Seitdem ist erheblich am Konzept gefeilt worden. Schon bei der zweiten Ausgabe wurde ein vorsichtiger Versuch unternommen auch den benachbarten Schlachthof als Konzertort einzubeziehen - seit 2008 ist die Kesselhalle zunächst für Nachtkonzerte und dann auch für Abendkonzerte feste Spielstätte. Die allmähliche Auslagerung der Konzerte aus dem CCB, in dem allerdings weiterhin im jährlichen Wechsel German Jazz Meeting und European Jazz Meeting (wie in diesem Jahr) stattfinden, hat seinen Grund vor allen Dingen in der kontinuierlich gestiegenen Zahl der Aussteller - wohl über 300 werden es in diesem Jahr sein, schätzt Uli Beckerhoff, der künstlerische Leiter.

Kein Anlass für Klagen

Während andere Musikmessen eher klagen, hat Jazzahead keinerlei Anlass dazu. Die gestiegene Zahl der Aussteller räumt aber deren Wünschen und Begehrlichkeiten auch größeres Gewicht ein. Und so ist die Anzahl der sogenannten Showcases, halbstündige Kurzauftritte, geradezu sprunghaft angestiegen. Denn im Interesse der Aussteller und Besucher, zu denen nationale und internationale Labelbetreiber, Fachmagazine, Konzert- und Festivalveranstalter zählen, liegt es, in der gedrängten Zeit von nur vier Tagen möglichst viele Bands und Musiker zu hören.

In der Folge davon ist die Zahl der Abendkonzerte mitgroßen Namen immer stärker zurückgegangen. In diesem Jahr wird es mit dem Auftritt der Popdiva Sezen Aksu in der Glocke und dem zum Finale im Schlachthof stattfindenden Konzert mit dem Rapper Ceza, beide aus dem Jazzahead-Gastland Türkei, nur zwei solcher Abendkonzerte geben. Alles andere sind Showcases, die im Schlachthof von Donnerstag bis Sonnabend bis zu sechs Bands präsentieren. Am Freitag und Sonnabend im CCB sind beim European Jazz Meeting sogar 20 Bands zu erleben. Fast vollständig gestrichen sind dagegen Workshops und Vorträge, sieht mal einmal vom medizinischen Fachsymposium im Sendesaal ab.

Um dieser geringer gewordenen Ausstrahlung von Jazzahead in die Stadt entgegenzusteuern, hat das Team um die Projektleiterin Sybille Kornitschky und Uli Beckerhoff nun die Jazzahead Clubnight am Freitag ins Leben gerufen und ist damit bei den Bremer Clubbetreibern auf großes Interesse gestoßen. 14 Clubs aus Bremen und umzu machen mit, in denen insgesamt 27(!) Bands zwischen Achim und Vegesack, Haus im Park im Bremer Osten sowie der Stauerei in der Überseestadt auftreten.

Ein Ticket berechtigt (theoretisch, denn das schafft niemand!) zum Besuch aller Konzerte (inklusive Fahrten mit der BSAG und der Regionalbahn) solange noch Platz in den teilweise kleinen Clubs ist. Sybille Kornitschky spricht voller Vorfreude auf diese die ganze Stadt mit Jazz überziehende Clubnight sogar schon von einem "kleinen Montreux in Bremen", mit dem sie hofft auch ein jüngeres Publikum für den Jazz zu begeistern. Apropos Montreux: Den Jazzahead-?koda-Award erhält in diesem Jahr Claude Nobs, der Gründer des Jazzfestival Montreux.

Details zu den über 60 Bands, die im Rahmen von Jazzahead zu erleben sind, finden Sie unter www.jazzahead.de

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