Bremer Theaterknigge (Teil 1): Dresscode

Klassisch schlicht in die große Oper

Bremen. Stellen Sie sich vor, Sie gehen ins Theater..... Das ist ein Satz, der auf unterschiedliche Weise beendet werden kann. Wir gehen mit dem Ensemble des Bremer Theaters möglichen Formulierungen nach. Heute: Stellen Sie sich vor, Sie wissen nicht
18.01.2011, 11:00
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Klassisch schlicht in die große Oper
Von Iris Hetscher
Klassisch schlicht in die große Oper

Nadja Stefanoff zieht sich nicht übertrieben chic an, wenn sie ins Theater geht.

Iris Hetscher

Bremen. Stellen Sie sich vor, Sie gehen ins Theater..... Das ist ein Satz, der auf unterschiedliche Weise beendet werden kann. Wir gehen möglichen Schlussformulierungen nach; das Ensemble des Bremer Theaters hilft uns dabei. Heute: Stellen Sie sich vor, Sie wissen nicht, was Sie anziehen sollen. Die Mezzosopranistin Nadja Stefanoff weiß Rat.

Ganz früher war vielleicht nicht alles besser, aber auf jeden Fall anders. Auch im Theater. Wer sich eine Karte gekauft hatte, griff sich nicht einfach irgendeine Klamotte aus dem Kleiderschrank. Die Damen trugen Abendkleid, die Herren Anzug. Dass man sich auch mal mit dem Kamm durch die Haare fahren kann, galt als ausgemachte Sache.

Etwas weniger früher dann, nachdem die 68er und die Theaterberserker durchs Land und über die Bühnen gefegt waren, war Eleganz das Synonym für Spießigkeit. Wer jetzt nicht in Jeans und wüstem Selbstgestricktem das Foyer betrat, galt schon fast als Faschist, auf jeden Fall aber als ewiggestrig. Denn merke: Der Inhalt zählt, nicht die Verpackung.

Die letzten Jahre des 20. Jahrhunderts und die ersten der 21. waren dann wieder milder gestimmt. Inhalt ja, aber warum nicht auch ein wenig Verpackung, die man jetzt auch im Theater zunehmend Ästhetik nannte. Auch im Blazer oder im Faltenrock lässt sich über Dario Fo diskutieren.

Und heute? Und in Bremen? Für WESER-KURIER Online hat sich die Mezzosopranistin Nadja Stefanoff Gedanken zu dem Thema gemacht.

Nadja Stefanoff ist seit der Spielzeit 2007/2008 festes Ensemblemitglied am Theater Bremen, und war unter anderem als Fenena in Verdis "Nabucco", in der Titelrolle von "La Cenerentola" als Hänsel in "Hänsel und Gretel" oder als Sibel in "Gegen die Wand" zu sehen. In der laufenden Spielzeit singt sie den Prinzen Orlofsky in Strauß' "Die Fledermaus" und die Bianca in "Eine florentinische Tragödie".

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