Französische Komödie „Kochen ist Chefsache“ ist leichte Sommerkost / Gastronomie-Filme haben Konjunktur Kleiner Leckerbissen

Der Charakterdarsteller Jean Reno („Im Rausch der Tiefe“, „Léon – Der Profi“) zeigt sich nach längerer Zeit wieder mal von seiner witzigen Seite: als Sternekoch in der französischen Komödie „Kochen ist Chefsache“. Der Film ist leichte, gut verdauliche Sommerkost. Und fügt sich in den Trend, Themen der gehobenen Gastronomie appetitlich im Kino darzureichen.
11.06.2012, 13:27
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Kleiner Leckerbissen
Von Hendrik Werner

Der Charakterdarsteller Jean Reno („Im Rausch der Tiefe“, „Léon – Der Profi“) zeigt sich nach längerer Zeit wieder mal von seiner witzigen Seite: als Sternekoch in der französischen Komödie „Kochen ist Chefsache“. Der Film ist leichte, gut verdauliche Sommerkost. Und fügt sich in den Trend, Themen der gehobenen Gastronomie appetitlich im Kino darzureichen.

UND SABINE GLAUBITZ

Bremen. Frankreich ist das Land der Gastronomie und des feinen Geschmacks. Kein Wunder, dass viele kulinarische Komödien aus unserem Nachbarland kommen. In „Kochen ist Chefsache“ schwingt einer der größten französischen Stars den Kochlöffel: Jean Reno. Regisseur Daniel Cohen hat die Zutaten richtig dosiert und mischt etwas Klischee und viel Witz. Die kulinarische Komödie ist nur bedingt ein filmisches Feinschmecker-Menü, aber gute, leichte Kost.

Eigentlich behauptet der Volksmund vollmundig, zu viele Köche würden den Brei verderben. Nicht so in „Kochen ist Chefsache“: Sternekoch Alexandre (Jean Reno) hat in dem hitzköpfigen Jacky einen hochbegabten Könner und Komplizen am Herd gefunden. Zwar kochen beide manchmal heftig über, doch arbeiten sie Hand in Hand, wenn es darum geht, Alexandres Rivalen die Suppe zu versalzen.

Jacky ist ein begnadeter Herd-Held. Bereits im Alter von fünf Jahren zauberte er sein erstes Soufflé. Seine Kunst ist ihm heilig. Da kann es schon mal passieren, dass er eiligen Gästen seine liebe- und kunstvoll kreierten Gerichte vor der Nase wegzieht und ihnen zu Fastfood rät. Kein Wunder, dass er einen Job nach dem anderen verliert. Dann trifft er auf Alexandre Lagarde, Frankreichs berühmtesten Sternekoch, der sich in einer schwierigen Situation befindet: Er muss ein neues Menü kredenzen, will er nicht seinen dritten Stern verlieren.

Nachdem er über einen längeren Zeitraum auf ernste Rollen abonniert war, darf der Schauspieler Jean Reno („Léon – Der Profi“, „Ronin“, „Die purpurnen Flüsse“) in Daniel Cohens Film wieder einmal sein komödiantisches Talent unter Beweis stellen. Ebenso überzeugend wie charmant verteidigt er Frankreichs traditionelle Kochkunst gegen die ach so avantgardistisch gestimmten Vertreter der Molekularküche. Eine Paraderolle für Reno, der in den vergangenen Jahren etwas an Gewicht zugelegt hat, was seiner Figur sehr zuträglich ist. Meisterhaft zieht auch der Anarcho-Komiker Michaël Youn („Lucky Luke“) als hitziger Küchen-Chaot alle Register des Lustspiels. Und bereichert einen Film, der gerade für lauschige Sommertage eine angemessene Leichtigkeit transportiert.

Kulinarische Kino-Tradition

Daniel Cohen reiht sich mit dem Film „Kochen ist Chefsache“ in die große Tradition französischer kulinarischer Komödien ein. Man denke nur an „Das große Restaurant“ von Jacques Besnard aus dem Jahr 1966, an die französisch-italienische Vielfresser-Satire „Das große Fressen“ (1973) oder an die Farce „Brust oder Keule“ (1976) mit dem nicht nur in Frankreich unvergessenen Starkomiker Louis de Funès.

In Deutschland fällt die cineastische Speisekarte mit appetitlichen Feinschmeckerwerken kaum bescheidener als in Frankreich aus. In jüngerer Vergangenheit hat sich etwa der Hamburger Filmemacher Fatih Akin mit dem – durch die Mediengesellschaft „nordmedia“geförderten – Film „Soul Kitchen“ (2009) an das komödiantisch unterfütterte Gastro-Genre gewagt. Das mit Moritz Bleibtreu und Birol Ünel besetzte Spiel um Lust und Last des Essens handelt von einem Restaurantbesitzer, dessen Freundin sich absetzt – und dessen Lokal in einer schweren Krise steckt.

Noch erfolgreicher war hierzulande Sandra Nettelbecks „Bella Martha“ (2001). In der Titelrolle brilliert Martina Gedeck als perfektionistische Köchin, die es in ihrem französischen Restaurant mit dem italienischen Küchenmagier Mario zu tun bekommt. Er kann die Männern gegenüber skeptische Martha davon überzeugen, dass auch die Liebe durch den Magen gehen kann. „Rezept zum Verlieben“ (2007) lautet der Titel des gleichfalls mundenden US-Remakes mit Catherine Zeta-Jones.

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