Bremer Ausstellung im Schuppen 1

"Klondike River" zeigt Kunst zum Mitmachen

Bremen. Über ein Jahr hat sich die Klasse „Raumkonzepte“ der Bremer Hochschule für Künste mit dem Projekt „Klondike River“ beschäftigt. Im Schuppen 1 in der Überseestadt ist die Ausstellung mit Skulpturen, Filmen, Aktionen, Musik und Vorträgen bis 23. Oktober zu sehen.
07.10.2010, 18:04
Lesedauer: 2 Min
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Von Miriam Keilbach

Bremen. Über ein Jahr hat sich die Klasse „Raumkonzepte“ der Hochschule für Künste Bremen mit dem Projekt „Klondike River“ beschäftigt. Im Schuppen 1 in der Überseestadt ist die Ausstellung mit Skulpturen, Filmen, Aktionen, Musik und Vorträgen bis 23. Oktober zu sehen.

Gertrud Richter arbeitete einst im Hafenwachdienst des alten Überseehafens, den es heute nicht mehr gibt. Der Bremer Kunststudent Andreas Bernhardt hat ihren persönlichen Nachlass dazu genutzt, etwas über das Leben der Dame zu erzählen. Briefe, Glückwunschkarten, Versicherungspapiere – all das zeigt Bernhardt in der Ausstellung „Klondike River“im Schuppen 1.

Es ist eines von 28 Kunstwerken von Kunststudenten und internationalen Künstlern, die von der Hochschule und Treasure-Land eingeladen wurden. abgesehen von ausgestellter Kunst haben sich auch Komponisten und Musiker zu Konzerten gemeldet, und Experten werden Vorträge halten.

Überseestadt als Stadtteil in Entwicklung

Das Ziel des Projektes sei es, die Überseestadt als Stadtteil, der noch kein Stadtteil ist, zu begreifen, sagt Horst Griese von Treasure-Land, der die Ausstellung organisierte. „Es passiert viel, aber das führt nicht notwendigerweise dazu, dass hier ein neuer Stadtteil entsteht“, erklärt er.

Auf rund 10.000 Quadratmetern sind 28 Kunstwerke von 21 Künstlern zu sehen. Der Großteil davon kommt von der Hochschule für Künste. „Wir wollten eine Mischung aus erfahrenen und jungen Künstlern, die an die Praxis herangeführt werden sollen“, sagt Griese. Gefördert wird die Ausstellung vom Kulturressort, dem Bauressort, der Arbeitnehmerkammer und der Hochschule für Künste.

Dafür wurde im Schuppen 1 alles umgebaut. „Als wir hier ankamen, gab es kein Strom und kein Licht. Das mussten wir alles installieren“, erklärt Achim Bitter von Treasure-Land. „Wir wollten das Gebäude zum Leben bringen.“

Das war gar nicht so einfach, denn der Schuppen 1 ist ein altes, leeres Gebäude. „Es juckte mich hier, überall war Staub“, erzählt Arnold Schalks aus Rotterdam. Er ist einer jener internationalen Künstler. Sein Werk: 26 Stunden und 44 Minuten lang hat er auf über 6200 Quadratmetern Staub gesaugt. Der Staub wurde gesiebt und soll in ein nachgebautes Modell des Schuppens zurück gewirbelt werden.

Für eine Woche in die Überseestadt ziehen

Die Künstler, die von auswärts kamen, nisteten sich für eine Woche in der Überseestadt ein. Dort entwickelten sie das Konzept für ein neues Werk. Alle Künstler sollten sich für die Ausstellung mit einem neuen Kunstwerk beschäftigen und es speziell für „Klondike River“ anfertigen.

Kate Newby aus Neuseeland wollte in ihrem Werk das alltägliche Leben wiederspiegeln und spannte ein gelbes Seil quer durch den Schuppen 1 und nach draußen auf den Hof, „Try try again“ nennt sie ihre Arbeit. Das Publikum soll zur Teilnahme angeregt werden: Indem sie das Seil berühren, darunter hindurch gehen oder hinüber steigen.

„Klondike River“ist vom 7. bis 23. Oktober im Schuppen 1 in der Konsul-Smidt-Straße am Europahafen zu sehen. Die Ausstellung hat dienstags bis samstags von 17 bis 22 Uhr geöffnet und sonntags von 15 bis 19 Uhr. Zu den ungewöhnlichen Öffnungszeiten sagt Bitter: „Wir haben bewusst die Abendzeiten gewählt, die keine typischen Zeiten für Ausstellungen sind, weil die Kunstwerke erst dann wirken.“

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