Uwe Dammann über die Weserburg Kommentar: Keinesfalls abgeschrieben

Totgesagte leben länger. Wer die Weserburg in den vergangenen Jahren wegen der zahlreichen kritischen öffentlichen Debatten bereits abgeschrieben hatte, könnte an diesem Tag der offenen Tür vermutlich ins Staunen kommen.
09.09.2016, 00:00
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Kommentar: Keinesfalls abgeschrieben
Von Uwe Dammann

Totgesagte leben länger. Wer die Weserburg in den vergangenen Jahren wegen der zahlreichen kritischen öffentlichen Debatten bereits abgeschrieben hatte, könnte an diesem Tag der offenen Tür vermutlich ins Staunen kommen.

Zum 25-jährigen Bestehen des Museums hat sich am Sonnabend die gesamte Bremer Kulturprominenz aus dem Bereich Bildende Kunst angesagt – sie und zeigt damit ihre Solidarität mit dem in jüngster Zeit arg gebeutelten Museum.

Das ist schon mal ein Signal für die Politik und natürlich auch für die Mitarbeiter des Hauses. Aber leider auch nicht mehr. Der Etat des Museums ist mit rund 1,3 Millionen Euro – im Vergleich zu anderen Häusern – immer noch äußerst mau und kann nicht unbedingt als Rettungsanker für die Zukunft dienen.

Das gilt schon eher für das neue Konzept des Teams um Direktor Peter Friese. Anstatt wie seine Vorgänger auf große und teure Ausstellungen wie einst die von Helmut Newton zu setzen, organisiert Friese eher kleine, aber feine Schauen mit Exponaten von jungen, bisher unbekannten Sammlern. Die aktuelle Ausstellung der Sammlung von Reydan Weiss ist ein Beleg dafür, dass dieses Konzept aufgehen kann.

Bliebe noch die Frage, was mit den Millionen aus dem Baufonds passieren soll, der mit dem Geld aus dem Verkauf der Gerhard Richter-und Franz-Gerscht-Bilder bestückt ist? Das Gebäude am Teerhof muss dringend saniert werden, das Geld dafür liegt bereit. Damit das Museum hier auch den 30. Geburtstag feiern kann, darf die Weserburg nicht zum Spekulationsobjekt für Bremer Immobilieninteressen werden.

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