Mark McGowan kroch vor dem Bremer Bahnhof Krabbelaktion erfolgreich beendet

Bremen. Der britische Künstler Mark McGowan, der seit Mittwochmittag über den Bremer Bahnhofsplatz gekrabbelt ist, hat seine Aktion am Freitag erfolgreich beendet. Er hat die 48 Stunden fast durchgehalten. Nur in der bitterkalten Nacht auf Freitag hat er im Hotel Zuflucht gesucht.
20.01.2010, 16:09
Lesedauer: 2 Min
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Krabbelaktion erfolgreich beendet
Von Birgit Bruns

Bremen. Der britische Künstler Mark McGowan, der seit Mittwochmittag über den Bremer Bahnhofsplatz gekrabbelt ist, hat seine Aktion am Freitag erfolgreich beendet. Er hat die 48 Stunden fast durchgehalten. Nur in der bitterkalten Nacht auf Freitag hat er im Hotel Zuflucht gesucht.

Eigentlich wollte der britische Performance-Künstler Mark McGowan volle 48 Stunden auf allen Vieren über das Pflaster vorm Bremer Bahnhof krabbeln. Am Mittwochmittag hatte er seine Performance unter großem Medieninteresse begonnen, genau zwei Tage später brachte er sie erfolgreich zu Ende.

McGowan will auf die Situation von wohnungslosen Menschen aufmerksam machen. Er hatte drei Hosen übereinander gezogen und war in mehrere Pullis geschlüpft. Darüber trug er einen dicken Mantel samt Werderschal. Die Hände und Füße hatte er mit Zeitungspapier und Plastiktüten abgedichtet. Doch schon am Donnerstagnachmittag drang die Kälte durch. In der Nacht zu Freitag musste er dann kurzzeitig aussetzen. Bei Minus 10 Grad hätte die Aktion zu gefährlich werden können. Morgens um halb sieben kehrte er dann tapfer an den Bahnhof zurück und beendete die Aktion gegen Mittag.

Trotz der sechsstündigen Pause im Hotel zieht McGowan eine positive Bilanz. "Er hat ein sehr gutes Verhältnis zu den Obdachlosen am Bahnhof entwickelt", berichtet Uta Bernsmeier, die die Ausstellung "Manieren" im Focke-Museum kuratiert hat. McGowans Aktion steht im engen Zusammenhang mit der Ausstellung und wurde vom Museum begleitet.

Zwar begegneten viele Menschen mit Ablehnung auf den Mann, der mit einer alten Plastikwanne über die Straßen kroch, doch es gab auch schöne Erlebnisse. "Ein Junge hat McGowan sein Pausenbrot geschenkt. Da kamen ihm die Tränen", erzählt Bernsmeier. Die Kuratorin wird nun überlegen, wie sie die Erlebnisse McGowans in die Ausstellung integrieren kann. Beispielsweise gibt es ein Video der Aktion. Die Ausstellung läuft noch bis Mai.

Zur Halbzeit am Donnerstagnachmittag hatte sich bereits abgezeichnet, dass es nicht einfach werden würde, die ganzen 48 Stunden durchzuhalten. "An den Händen und Füßen ist es am schlimmsten", sagte McGowan nach 27 Stunden Krabbelei. Trotzdem wollte er weitermachen. Ihm reichte es, sich ab und zu in der Bahnhofsmission aufzuwärmen und einen heißen Kaffee zu trinken. "Es sind noch 21 Stunden, das schaffe ich. Andere Menschen müssen das schließlich jeden Tag mitmachen", sagt er.

Schon zu Beginn der Aktion sorgte McGowan für einen großen Menschenauflauf am Bahnhof. Viele Medienvertreter begleiteten die ersten krabbelnden Meter des Performance-Künstlers. Auch einige Passanten blieben verwundert stehen, als sie den Mann auf dem bitterkalten und mit Schneematsch verdreckten Boden entdeckten.

Es ist nicht die erste Aktion des Performance-Künstlers. McGowan ist bereits 54 Meilen durch London gekrabbelt und hat sich ein anderes Mal mit Erdnussbutter eingeschmiert, um auf hungernde Menschen aufmerksam zu machen. Seine bekannteste Aktion lief 2007 in New York: McGowan krabbelte 72 Stunden lang mit einer Maske von George W. Bush über die Straße und forderte die Passanten auf einem Schild auf, ihm kräftig in den Hintern zu treten.

Ein Video dieser Aktion ist in der Manieren-Austellungdes Focke-Museums zu sehen.

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