Interview mit David Garrett „Kritik trifft mich nicht“

Im Interview spricht David Garrett darüber, was für ihn Erfolg bedeutet und warum ihm die Kritik an seiner Kunst nicht so wichtig ist. Am 21. Mai spielt er in der ÖVB-Arena.
17.05.2019, 15:29
Lesedauer: 2 Min
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„Kritik trifft mich nicht“
Von Jonas Mielke

Herr Garrett, mit Ihrer aktuellen Tour feiern Sie ein Jubiläum: zehn Jahre Crossover-Musik. Sind Sie musikalisch dort angekommen, wo Sie immer hinwollten – oder werden Sie Ihren Stil in Zukunft nochmal radikal ändern?

David Garrett: Ganz ehrlich, hätte man mir vor zehn Jahren gesagt, was für einen Erfolg wir mit meiner Crossover-Musik haben würden, ich hätte es nie und nimmer geglaubt. So gesehen bin ich schon ein Stück weit angekommen. Aber als Musiker kommt man nie ganz an, weil man sich immer weiterentwickelt und neue Ideen umsetzen möchte.

Inwiefern?

Musik entwickelt sich ja auch ständig. Als Künstler will man nicht auf der Stelle treten, sondern sich immer wieder herausfordern. Ob ich meinen Stil in Zukunft radikal ändern werde, weiß ich jetzt noch nicht.

Was bedeutet für Sie Erfolg?

Dass ich mit meiner Musik so viele Leute in so vielen Ländern erreiche, ist das größte Kompliment. Ich habe wirklich ein unglaubliches Glück, diesen Job machen zu dürfen. Gleichzeitig ist Erfolg aber auch, mit sich selbst und seinen Leistungen zufrieden zu sein. Ansonsten kann man noch so viel Erfolg haben und wird doch nicht glücklich.

Sie waren zwölf Jahre alt, als Sie ihren ersten Plattenvertrag unterschrieben haben. In diesem Jahr feiern Sie ihren 39. Geburtstag. Haben Sie noch ein großes Ziel, dass Sie in Ihrer Karriere gerne erreichen würden?

Es gibt viele kleinere Ziele. Jedes Projekt, jedes Album, jede Tour ist ein Ziel für sich, an dem man monatelang arbeitet. Das eine große Ziel habe ich nicht, so weit in die Zukunft plane ich nicht.

Haben Sie mal daran gedacht, alles hinzuschmeißen?

Nein, gar nicht. Das könnte ich mir nicht einmal vorstellen. Vielleicht werde ich nicht für immer auf der Bühne stehen, aber Musik ist ein großer Teil von mir. Mir fallen wirklich zu jeder Tages- und Nachtzeit neue Ideen und neue Melodien ein. Das kann und möchte ich gar nicht abstellen. Für mich dreht sich alles um Musik.

In der Öffentlichkeit geht es Ihnen gelegentlich ähnlich wie Til Schweiger. Sie sind kommerziell sehr erfolgreich, trotzdem werden Sie von der Kritik häufig eher als Pop-Phänomen belächelt. Trifft Sie das?

Ich nehme das wahr, aber es trifft mich nicht.

Warum nicht?

Ich habe mit den tollsten Orchestern und den größten Dirigenten der Welt gespielt. Solange Größen wie Riccardo Chailly, Christoph Eschenbach oder Zubin Metha mit mir arbeiten wollen, mache ich mir wirklich keine Gedanken. Außerdem gehe ich jedes Projekt, egal ob Klassik oder Crossover, mit dem gleichen hohen Anspruch und der gleichen Sorgfalt an. Und wenn die Fans mir ein positives Feedback geben und ich mit meiner eigenen Leistung zufrieden bin, wird Kritik sekundär.

Die Fragen stellte Jonas Mielke.

Info

Zur Person

David Garrett (38)

wurde 1980 in Aachen geboren und ist einer der bekanntesten deutschen Geiger. Derzeit reist er mit seiner „Unlimited“-Tour durch Deutschland. Am Dienstag, 21. Mai, spielt er gemeinsam mit seiner Band und der Neuen Philharmonie Frankfurt in der Bremer ÖVB-Arena.

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