Des Wahnsinns bunte Beute „Tatort“-Kritik: „Tödliche Flut“

Die Kommissare Falke und Grosz ermitteln auf Norderney den Tod eines Anwalts. In die Ermittlungen mischt sich mit zunehmendem Eifer die Journalistin Imke Leopold ein, die einen Bauskandal vermutet.
24.01.2021, 05:00
Lesedauer: 1 Min
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„Tatort“-Kritik: „Tödliche Flut“
Von Iris Hetscher

Nachts im Hamburg. Kommissar Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring) ist unterwegs zur Geburtstagsparty seines Sohns, da steigt auf einmal eine alte Bekannte zu ihm ins Auto. Imke Leopold (Franziska Hartmann) wirkt, als habe sie gerade in der Roten Flora nach beendeter Besetzerinnenschicht ausgestempelt, ist aber Journalistin. Sie fühlt sich bedroht, weil sie auf Norderney einem Bauskandal auf der Spur ist. Falke nimmt sie zunächst nicht ernst.

Das ist die Ausgangslage der aktuellen „Tatort“-Folge aus Hamburg, die „Tödliche Flut“ (ARD, Sonntag, 20.15 Uhr) heißt und schon bald auf der bereits erwähnten Nordseeinsel spielt. Ein Anwalt, der am Bauboom verdienen wollte, wird erschlagen aufgefunden. Thorsten Falke und seine Kollegin Julia Grosz (Franziska Weisz) übernehmen die Ermittlungen von den Beamten vor Ort, die das Drehbuch als vollendete Dorfdeppen angelegt hat. Wie gut, dass die Truppe aus der großen Stadt anrückt und für Ordnung sorgt.

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Leider ist auch der Rest der Geschichte grobkörniger geraten als der Sand an Norderneys Strand. Selbstredend ist die Lokalpolitik aufs Engste verbandelt mit fiesen internationalen Investoren, die nicht nur ihren Firmensitz in Luxemburg haben, sondern auch, huch, „einen Jet in Singapur“. Dass Imke Leopold, deren Vermutungen die Kommissare erstaunlich unkritisch zum Fundament ihrer Ermittlungen machen, eine ausgewachsene Meise hat, merken erst die Zuschauer und dann Falkes Kollegin Julia Grosz. Falke lässt sich lange manipulieren von der angeblichen Top-Journalistin (Kongo!, Afghanistan!) mit den bunten Rastalocken, die vor allem durch missionarischen Eifer und gewalttätige Aussetzer auffällt.

Der Titel der Folge erschließt sich erst am Schluss und ist übrigens ein Spoiler. Das Ganze wirkt mitunter so absurd, als sollte es eine Parodie sein. Dafür ist es allerdings nicht lustig genug.

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