Verleihung des zweiten Bremer Stadtmusikantenpreises

Künstlerisches und soziales Engagement geehrt

Bremen. Der Stadtmusikantenpreis ist am Donnerstag zum zweiten Mal im Bremer Theater verliehen worden. Die Schauspielerinnen Katja Riemann und Sabine Postel, der Künstler James Rizzi und die Bremer Kammerphilharmonie wurden für Kunst und soziales Engagement geehrt.
19.08.2010, 23:54
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Künstlerisches und soziales Engagement geehrt
Von Iris Hetscher
Künstlerisches und soziales Engagement geehrt

Verleihung des Bremer Stadtmusikantenpreises 2010

Thomas Joppig

Bremen. Der Stadtmusikantenpreis ist am Donnerstag zum zweiten Mal im Bremer Theater verliehen worden. Die Schauspielerinnen Katja Riemann und Sabine Postel, der Künstler James Rizzi und die Bremer Kammerphilharmonie wurden für Kunst und soziales Engagement geehrt.

Roter Teppich, Autogrammjäger und ein bisschen Glamour: 280 Gäste erlebten am Donnerstagabend die zweite Verleihung des Stadtmusikantenpreises. Auf der Bühne des Theaters am Goetheplatz genossen die Galabesucher ein mehrgängiges Menü an den ganz in Weiß gehaltenen Tischen.

Dieses Ambiente bot den passenden Rahmen für die Würdigung der vier Geehrten. Die gefühlvollste Laudatio hielt dabei der Schauspieler Dieter Pfaff, der über seine Kollegin Sabine Postel alias Tatort-Kommissarin Inga Lürßen sprach. Sabine Postel verkörpere seit 2007 diese Rolle: "Du bist diese Inga Lürßen". Sie beherzige die Maxime, dass ein Schauspieler einer Geschichte zu dienen habe und er nicht Mittelpunkt der Geschichte sei. Außerdem sei die gebürtige Kölnerin eine Kollegin, der es um Teamleistung gehe und die anderen helfe.

Dies gelte für Postel auch auf anderem Gebiet: Seit 2003 ist sie Botschafterin des "Zentrums für trauernde Kinder", angeworben wurde sie dafür von Werder-Trainer Thomas Schaaf. Dieter Pfaff, den Moderatorin Gayle Tufts zuvor als "sexiest man im deutschen Fernsehen" bezeichnet hatte, schloss seine Laudatio auf Postel mit den Worten: "Du bist einfach fantastisch". Sabine Postel, die sich "geehrt und gerührt" fühlte, lobte ihrerseits ihre "Lieblingsstadt" Bremen: "Ich fühle mich hier unendlich wohl, mir schlägt hier viel Sympathie entgegen". Sabine Postel erhielt den Medienpreis, der von Radio Bremen und dem WESER-KURIER verliehen wird.

Die Kombination von künstlerischer Arbeit in oder für Bremen und sozialem Engagement wurde auch bei den drei anderen Preisträgern geehrt. Katja Riemann, die den Kulturpreis - verliehen vom Internationalen Kulturforum Theater Bremen - erhielt, wurde von dem Publizisten Mathias Matussek mit warmen Worten bedacht: "Es gibt keine, die den Preis mehr verdient hätte". Als Schauspielerin sei sie eine Komödiantin, "an der Lubitsch sein Vergnügen gehabt hätte", habe auch in ernsten Rollen wie in "Rosenstraße" oder "Agnes und seine Brüder" brilliert. Matussek über die Schauspielkünste Riemanns: "Mit Blicken töten, das kann in Deutschland nur Katja Riemann".

Riemann, bekannt geworden durch ihre Rolle in "Sommer in Lesmona", engagiere sich zudem als Unicef-Botschafterin.

Die Schauspielerin selbst rekapitulierte kurz ihre ersten künstlerischen Gehversuche in Bremen: Mit fünf Jahren als Ballettschülerin auf der Bühne des Theaters am Goetheplatz, mit 17 in einer Theatergruppe des Gymnasiums am Barkhof, "Sommer in Lesmona" und dann auch gleich der Talkshow-Auftritt bei "3 nach 9".

Werder-Trainer Thomas Schaaf hatte die Aufgabe übernommen, über James Rizzi zu sprechen. Der New Yorker Künstler konnte den Preis - ein Bild von Loriot - für seine Verdienste im Bereich Marketing/Tourismus mit nach Hause nehmen, vergeben vom Bremer Verkehrsverein. Thomas Schaaf erinnerte sich an seine erste Begegnung mit Rizzi vor fast 20 Jahren: Am 20. Oktober 1990 ließ Schaaf sich eine Grafik von Rizzi signieren. Schaaf zeigte sich begeistert von der "Freude, dem Leben, der Begeisterung", die aus Rizzis Bildern sprächen. Außerdem unterstütze Rizzi soziale Projekte und arbeite mit der Werder-Stiftung zusammen. Einen Scheck über 6000 Euro habe er just an diesem Abend der Stiftung überreicht.

Die Deutsche Kammerphilharmonie erhielt den Sonderpreis des Bürgermeisters. Der Schauspieler Manfred Zapatka, jüngst bei "Sommer in Lesmona" zu Gast, lobte das Orchester, dessen "Leistung und Erfolg einem den Atem rauben kann". Aber nicht nur das, mit dem Umzug 2007 nach Osterholz-Tenever und den Projekten, die zusammen mit der Gesamtschule Ost (GSO) entstehen, sei ein beeindruckendes soziales Engagement entstanden. "Aus einem bildungsfernen Stadtteil ist so ein Kulturschwerpunkt geworden", so Zapatka.

Albert Schmitt, Geschäftsführer der Deutschen Kammerphilharmonie, betonte, das Ensemble habe schon viele Preise erhalten, dies sei aber der mit "dem höchsten Stellenwert, weil das Orchester in Bremen zu Hause ist". Die Stadtmusikanten stünden für verrückte Ideen und der Kraft, diese auch umzusetzen, das sei ein Gedanke, dem man sich verbunden fühle.

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