Fast alle Museen akzeptieren Bremen-Pass

Kulturgenuss auch für Geringverdiener

Arbeitslose und Empfänger von Sozialhilfe haben künftig mit dem Bremen-Pass freien Eintritt. Der Pass ermöglicht Menschen mit geringem Einkommen vergünstigten Zugang zu vielen kulturellen Einrichtungen.
11.03.2015, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Kulturgenuss auch für Geringverdiener
Von Uwe Dammann
Kulturgenuss auch für Geringverdiener

Malereien von Wilhelm Morgner im Museum Böttcherstraße. Vielerorts in Bremen sind Kunstausstellungen und kulturelle Veranstaltungen für Bremen-Pass-Inhaber kostenlos zu sehen.

Ingo Wagner, dpa

Arbeitslose und Empfänger von Sozialhilfe haben künftig mit dem Bremen-Pass im Focke-Museum freien Eintritt. Auch bei einem Besuch der Kunsthalle, um sich beispielsweise die aktuelle Emile Bernard-Ausstellung anzusehen, bekommen Geringverdiener ermäßigten Eintritt.

Ähnlich sieht es in der Weserburg oder im Deutschen Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven aus. Mit dem neuen Bremen-Pass wird künftig Menschen mit geringem Einkommen ein vergünstigter Zugang zu kulturellen Einrichtungen ermöglicht.

In der Sitzung der Kulturdeputation nahm man den Vorschlag des Senats am Dienstag nur noch zustimmend zur Kenntnis.

Die Diskussion war bereits in den Wochen vorher gelaufen. „Wir wollen, dass alle Mitbürger aktiv am Stadtleben teilnehmen können, unabhängig davon, wie dick der Geldbeutel gefüllt ist“, hatte zuvor Bürgermeister und Kultursenator Jens Böhrnsen erklärt.

Der Bremen-Pass, mit dem es vergünstigten oder gar kostenlosen Eintritt in Museen und anderen kulturellen Einrichtungen geben soll, wird, wie berichtet, Schritt für Schritt eingeführt und wird die „Blaue Karte“ (Bildungs- und Teilhabepaket) und die „Grüne Karte“ (Kulturticket) zusammenführen und ersetzen. „Mit dem Bremen-Pass versprechen wir uns eine Ausweitung und die Möglichkeit noch mehr Partner zu gewinnen“, sagte Böhrnsen.

Im Grunde ist die Idee nicht neu, wird aber nun in einer neuen Form dargeboten. Vergünstigten Eintritt in kulturellen Einrichtungen für Menschen mit geringem Einkommen gibt es schon länger – nun soll die Scheckkarte, die das Erscheinungsbild einer Kundenkarte hat, das Verfahren vereinfachen und obendrein eine mögliche Stigmatisierung des Trägers verhindern. „Mit dem Bremen Pass wird eine Forderung des ’Bündnisses für sozialen Zusammenhalt’ umgesetzt“, betont Sozialsenatorin Anja Stahmann.

„Es ist Konsens, dass die Teilnahme am vielseitigen und aktiven Zusammenleben in der Stadt durch mangelnde finanzielle Ressourcen der Betroffenen nicht erschwert oder gar unmöglich gemacht werden“, so Stahmann.

Die Bremer Museen beteiligen sich so gut wie flächendeckend an dem Modell, andere Kultureinrichtungen können laufend dazukommen: Im Focke-Museum haben Empfänger von Sozialhilfe freien Eintritt, Studierende und Senioren bekommen ermäßigten Eintritt und müssen 3,50 Euro zahlen. Im Übersee-Museum beträgt der ermäßigte Eintritt 4,50 Euro für Bezugsberechtigte. In der Kunsthalle Bremen kostet der ermäßigte Eintritt für die Dauer- und Sonderausstellungen neun Euro, Ermäßigungen erhalten hier auch Auszubildende und Studierende.

In der Weserburg kostet der Eintritt ermäßigt fünf Euro für Studierende und Auszubildende, Empfänger von ALG-II oder anderer Transferleistungen zahlen drei Euro. Im Gerhard-Marcks-Haus ist der Eintritt am jeden ersten Donnerstag im Monat generell frei. Den ermäßigten Eintritt von 3,50 Euro an anderen Tagen zahlen Studierende, Auszubildende, Arbeitslose und Empfänger von Sozialhilfe. In den Museen Böttcherstraße kostet der ermäßigte Eintritt in die Dauerausstellung fünf Euro, Kinder bis sechs Jahre sind frei.

Im Deutschen Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven beträgt der ermäßigte Eintritt per Bremen–Pass vier Euro und im Overbeck-Museum in Bremen-Nord zahlen Studierende, Auszubildende, Arbeitslose und Schwerbehinderte den ermäßigten Eintritt von drei Euro.

Darüber hinaus gibt es über den Bremen-Pass für Sozialhilfe-Empfänger Ermäßigungen bei der Belegung von Kursen in der Volkshochschule. Auch an der Musikschule erhalten Leistungsberechtigte für den Musikunterricht eine Ermäßigung in Höhe von 70 Prozent des Unterrichtsentgeltes. Die Stadtbibliothek bietet über den Bremen-Pass eine ermäßigte Leihgebühr für Erwachsene von 18 bis 28 Jahre oder Menschen die Arbeitslosengeld I und II. und Hilfe zum Lebensunterhalt beziehen. Erhältlich ist der Pass im Jobcenter und in den Sozialzentren.

Eine Liste der Kultureinrichtungen, die Ermäßigungen gewähren, finden Sie hier.

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