Straßenzirkusfestival in Bremen

La Strada rüstet sich für Zukunft

Bremen. Bis zum 15. August findet in Bremen das 16. Straßenkünstlerfestival La Strada statt. Das Festival muss mit weniger Zuschüssen auskommen, und hat daher einige Ideen ausgeheckt, wie Geld in die Kasse kommen kann.
27.07.2010, 15:31
Lesedauer: 2 Min
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La Strada rüstet sich für Zukunft
Von Iris Hetscher
La Strada rüstet sich für Zukunft

Das portugiesische Teatro do Mar verwandelt den Domshof zum Auftakt von La Strada in ein Farbenmeer.

fr/La Strada

Bremen. Bis zum 15. August findet in Bremen das 16. Straßenkünstlerfestival La Strada statt. Das Festival muss mit weniger Zuschüssen auskommen, und hat daher einige Ideen ausgeheckt, wie Geld in die Kasse kommen kann.

71.000 Euro schießt die Stadt dieses Jahr bei La Strada hinzu, bei einem Gesamtetat von 150.000 Euro muss das Straßenkünstlerfestival sich dieses Jahr etwas einfallen lassen, um die Lücke zu schließen. Dies haben die Organisatoren auch getan: Sie setzen auf diverse Sponsoren, und sie haben das Programm reduziert.

Außerdem gibt es zum ersten Mal einen "La Strada"-Kiosk, in dem die Besucher T-Shirts, Postkarten, Förderer-Buttons oder Plakate kaufen können. Das Programmheft, das in diversen Buchhandlungen verkauft werden soll, wird ebenfalls wieder etwas kosten.

Zudem soll ein Förderverein für das Festival Geld in die Kasse spülen: Für 20 Euro im Jahr kann man Mitglied werden. Im vergangenen Jahr besuchten geschätzte 120.000 Straßenzirkusfans La Strada, wenn ein Bruchteil davon sich entscheiden würde, einen Fördervereinsantrag auszufüllen, wäre der Veranstaltung schon geholfen. Gabriele Koch gibt sich optimistisch: "Wir hoffen auf 600 Menschen, die mitmachen".

Mit all diesen Stützpfeilern möchte La Strada sich fit machen für die kommenden Jahre, man gehe davon aus, dass der Förderbeitrag der öffentlichen Hand sich eher noch verringere, so Julia Wild vom Organisationskomitee.

Teatro do Mar zum Auftakt

Dieses Jahr ist wieder die Bremer Sparkasse ein starker Stützpfeiler des Festivals. Die Eröffnungsveranstaltung mit dem portugiesischen "Teatro do Mar", die am Donnerstag, 12. August, um 22 Uhr auf dem Domshof stattfindet, wird komplett von dem Geldhaus finanziert. Damit werde das "Festival mit einem Knall eröffnet", sagt Gabriele Koch. Die Portugiesen werden vier Türme auf dem Domshof aufbauen, die zu einer Wand zusammen geschoben werden, und inszenieren vor dieser Kulisse eine Mischung aus Tanz, Performance, Luftakrobatik und Projektionen. Ein leichtfüßiges Stück Straßentheater werden die Zuschauer dabei laut Gabriele Koch nicht serviert bekommen - "Nusquam", so der Titel, handelt von Sinnsuche, sozialen Zwängen und der Kommunikation im medialen Zeitalter.

Als weitere Abendveranstaltung, für die man Eintritt zahlen muss, kündigt La Strada die (bereits ausverkaufte) Gala in der Bremer Shakespeare Company an. Ein Ticket lösen muss man zudem für das Puppentheater TukiTrek aus Barcelona, das am Freitag und am Samstag um 21 Uhr im LichtLuftBad auf dem Stadtwerder auftritt. Es zeigt den rasanten Puppenkrimi "Hotel Crab".

Ansonsten gilt für La Strada das Prinzip umsonst und draußen, und zwar, abgesehen von der Auftaktveranstaltung am Donnerstagabend ab Freitag, 13. August, 18 Uhr an diversen Orten in der Innenstadt und in den Wallanlagen. 23 Künstlergruppen aus neun Nationen zeigen über 100 Aufführungen, darunter sind neun Deutschlandpremieren.

Mit dabei sind unter anderem die slowenische Straßentheatergruppe Ana Monro-Theater, die ihr Stück "The Cage" zeigt, die französische Tanztheatershow von Banc public oder die belgische Compagnie Chemins de Terre, die den Besuchern ihre eigenwillige Interpreation Shakespearscher Werke vorführen wird. Seit drei Jahren habe man versucht, die Truppe zu einem Auftritt in Bremen zu bewegen, 2010 habe es nun endlich geklappt, so Gabriele Koch. Zum ersten Mal sind im Programm übrigens Veranstaltungen mit einer Altersempfehlung gekennzeichnet.

Parallel zum Straßenzirkusfestival findet dieses Jahr wieder in der Schwankhalle ein internationales Straßentheatersymposium statt. Fachleute aus Italien, Polen, England, Frankreich, den Niederlanden, Belgien und Slowenien debattieren über die Zukunft des Straßentheaters. Dieses Jahr werden sie sich mit dem Thema "Autor gesucht - literarisches Straßentheater in Europa" befassen.

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