Ehrung für soziales Engagement Lessing-Preis für Regisseur Lösch

Bremen·Dresden (wer). Der Regisseur Volker Lösch erhält den mit 13000 Euro dotierten Lessing-Preis 2013 des Landes Sachsen. Die Förderpreise, dotiert mit je 5500 Euro, gehen an die Schriftstellerinnen Franziska Gerstenberg und Judith Schalansky, teilte das sächsische Kunstministerium mit. Mit dem Preis, einem der wichtigsten im deutschsprachigen Literaturbetrieb, werden alle zwei Jahre Künstler geehrt, die das aufklärerisch gestimmte Werk des Dramatikers Gotthold Ephraim Lessing in herausragender Weise fortsetzen. Der Dichter war 1729 in Kamenz zur Welt gekommen. Dort findet am 19. Januar die Preisverleihung im Rahmen der Lessing-Tage statt.
24.07.2012, 05:00
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Bremen·Dresden (wer). Der Regisseur Volker Lösch erhält den mit 13000 Euro dotierten Lessing-Preis 2013 des Landes Sachsen. Die Förderpreise, dotiert mit je 5500 Euro, gehen an die Schriftstellerinnen Franziska Gerstenberg und Judith Schalansky, teilte das sächsische Kunstministerium mit. Mit dem Preis, einem der wichtigsten im deutschsprachigen Literaturbetrieb, werden alle zwei Jahre Künstler geehrt, die das aufklärerisch gestimmte Werk des Dramatikers Gotthold Ephraim Lessing in herausragender Weise fortsetzen. Der Dichter war 1729 in Kamenz zur Welt gekommen. Dort findet am 19. Januar die Preisverleihung im Rahmen der Lessing-Tage statt.

Lösch hat sich jenes sozial engagierte, lebensweltlichen Verlusten und gesellschaftlichen Verlierern zugeeignete Theater auf die Fahnen geschrieben, das Intendant Michael Börgerding für die kommende Spielzeit als Hauptthema des Bremer Theaters ausgegeben hat. Dort gastierte Lösch zuletzt häufig. So sorgte er 2010 mit einer Bearbeitung von Friedrich Schillers Stück "Die Räuber" für Furore. In der vergangenen Spielzeit realisierte er das Stück "Alt Arm Arbeitslos", das sich an der Stadtmusikanten-Mär der Gebrüder Grimm orientiert. Zu Markenzeichen von Löschs Inszenierungen sind neben der Thematisierung sozialer Randgruppen das chorische Sprechen und die Beteiligung von Laienschauspielern geworden, die selbst von jenen gesellschaftlichen Fährnissen betroffen sind, die auf der Bühne dargestellt werden.

Entsprechend würdigte das Kuratorium des Lessing-Preises, dass Löschs Theaterpraxis Öffentlichkeit herstelle. Der Regisseur mache das Stadttheater zu einem Ort der Auseinandersetzung über Angelegenheiten, die alle Bürger angehen. Nach Ansicht derJury erhalten durch die Integration von Laien die "Übergangenen und Nichtbeachteten, die Marginalisierten und Ausgegrenzten eine Stimme". Lösch, Jahrgang 1963, stammt aus Worms und war als Regisseur schon an vielen Bühnen tätig. Seit der Spielzeit 2005/06 ist er Hausregisseur und Mitglied der künstlerischen Leitung am Staatstheater Stuttgart.

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