60 Schüler entwickelten einen modernen Multimediaguide zur Ausstellung der Kunsthalle Bremen Liebermann mal anders

Bremen. Am Dienstag herrschte in der Kunsthalle Bremen geschäftiges Treiben. Und das hatte einen guten Grund: 60 Schülerinnen und Schüler der zehnten Klassen der Gesamtschule Bremen-West haben einen Multimediaguide entwickelt.
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Liebermann mal anders
Von Jan-Felix Jasch

Bremen. Am Dienstag herrschte in der Kunsthalle Bremen geschäftiges Treiben. Und das hatte einen guten Grund: 60 Schülerinnen und Schüler der zehnten Klassen der Gesamtschule Bremen-West haben einen Multimediaguide entwickelt. Der Guide begleitet die aktuelle Sonderausstellung „Max Liebermann – Vom Freizeitvergnügen zum modernen Sport“ und ist seit diesem Mittwoch bereits auszuleihen.

Im Rahmen des Kunstunterrichtes erarbeiteten die Schüler Konzepte für eine digitale Begleitung des Museumsbesuches. Die Informationsgesellschaft mbH beriet die Jugendlichen während der Bearbeitungszeit von lediglich zehn Schulstunden. „Das war auch für uns eine spannende Erfahrung“, sagt der Geschäftsführer Jörg Engster – und meint damit den „Kontrollverlust“, wie er es nennt. „Es war nicht so leicht, sich zurückzuhalten“, gesteht er, „aber die Ergebnisse sind wirklich toll geworden.“ Die Schüler erarbeiteten Videos, Audioclips, Spiele, Aufgaben und Informationstexte zu insgesamt 22 Werken der Ausstellung. Sowohl die Informationsgesellschaft als auch die Lehrerinnen machten den Schülern kaum Vorgaben, was den Umgang mit Liebermanns Werken angeht. Die Schüler sollten ihre Ideen frei entwickeln. „Nur ganz vereinzelt haben wir geholfen die Ideen zu präzisieren“, sagt Engster. Und auch die verantwortlichen Lehrerinnen waren begeistert von dem Engagement und Arbeitseifer der Schüler. „Ich wusste zunächst nicht genau, wie das Projekt werden würde. Aber nach einer Stunde war klar, dass es läuft“, sagt Susanne Kaus.

Immerhin 50 Prozent der Museumsbesucher nehmen ein sogenanntes Vermittlungsangebot wahr, erklärt Engster. Das können Audioguides, aber eben auch ein solcher Multimediaguide sein. Da Museen immer mehr mit einer Überalterung des Publikums zu tun hätten, sei es umso wichtiger neue Wege in der Erschließung der Inhalte zu gehen. „Vor allem die Einbeziehung Neuer Medien ist wichtig“, sagt Engster. Auch eine Veränderung der Atmosphäre in Museen sei denkbar. „Dort ist es oft sehr still und steril, vielleicht müssen die Museen lockerer werden.“ Die Entwicklung des Multimediaguides sei jedenfalls ein voller Erfolg gewesen und man habe es nicht nur geschafft, die Schüler ins Museum zu bringen, sondern auch das Museum in die Schüler.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+