Kulturbetrieb im Lockdown So geht es in der Bremer Kultur weiter

Was bedeutet der Lockdown für die größeren Bremer Kultureinrichtungen? Wir haben beim Theater, den Philharmonikern, der Kunsthalle und anderen nachgefragt.
30.10.2020, 05:00
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So geht es in der Bremer Kultur weiter
Von Iris Hetscher

Sechs Premieren im November, die jetzt nicht stattfinden können – das ist die Bestandsaufnahme des Theaters Bremen für den anstehenden Lockdown. Man überlege nun, drei davon bis zur Generalprobe zu führen, „damit wir sie dann sofort spielen können, wenn wir das Haus wieder öffnen dürfen“. Eine könnte dann beispielsweise die neue Inszenierung der „Zauberflöte“ sein. Das erklärte gestern Michael Börgerding, Generalintendant des Theaters Bremen, der zugleich großes Verständnis für die von der Bundesregierung beschlossenen Einschränkungen bekundete.

Nach dem Lockdown habe man dann allerdings „viel zu viel Programm“. Daher werde man einige der angekündigten Premieren verschieben müssen, so Börgerding; eine Planung sei schwierig, der schon gedruckte Dezember-Spielplan Makulatur. Bereits erworbene Karten für den November können an der Theaterkasse kostenlos für eine andere Vorstellung umgetauscht oder rückerstattet werden. Die Rückgabe ist bis zum Ende der Spielzeit möglich.

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Vom Team der Kunsthalle hieß es, man bedauere es sehr, „dass die Museen im November vermutlich zeitweise schließen müssen“, die Besucher hätten diese in den Monaten zuvor als „sichere Orte“ wahrgenommen. Die vorsichtige Wortwahl verweist auf das Wirrwarr, das am Donnerstag zeitweise die Diskussion bestimmte – denn unter dem Punkt „Freizeiteinrichtungen“ wurden Museen nicht ausdrücklich genannt, sind aber wohl mitgemeint. An einer entsprechend deutlichen Verordnung, die die Beschlüsse vom Mittwoch auf Bremen herunterbreche, werde gearbeitet, hieß es auf Nachfrage aus der Kulturbehörde. Für die Kunsthalle heißt das: Die für den 21. November geplante Eröffnung von „Die Picasso-Connection“ werde verschoben. Außerdem werde man die digitalen Angebote, die während des ersten Lockdowns etabliert worden seien wie die Online-Akademie und Ausstellungsfilme weiter ausbauen.

Nebenan im Gerhard-Marcks-Haus erklärte Direktor Arie Hartog: „Es gibt Untersuchungen, die zeigen, dass Museen nicht unbedingt Corona-Herde sind, aber ich bin der persönlichen Meinung, dass es so etwas wie eine gesellschaftliche Solidarität beim Innehalten geben sollte." Die Schließung der Museen habe für ihn auch einen symbolischen Wert.

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Verständnis für die Maßnahmen äußerte auch Christian Kötter-Lixfeld, Intendant der Bremer Philharmoniker. Man gehe davon aus, dass keine Konzerte, Opernaufführungen und auch keine Projekte in Schulen möglich sein würden. Ausgenommen davon sei der Probenbetrieb. Das mache auch „absolut Sinn (...), denn wenn die Konzerthäuser und Theater im Dezember hoffentlich wieder öffnen, sind wir direkt spielbereit“. Trotzdem bedauere er, dass mit Theatern und Konzerthäusern nun gerade die Orte geschlossen würden, an denen rigide und ausgefeilte Hygienekonzepte gegriffen hätten und in denen es „nachweislich bundesweit zu keinen Infektionen gekommen ist“.

Ausgenommen von den Schließungen scheinen nach Informationen vom Donnerstag aus der Kulturbehörde die Stadtbibliothek und die Musikschule zu sein. Diese seien nicht unter dem Punkt „Kultur“, sondern „Bildung“ eingestuft, so Behördensprecher Heiner Stahn.

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