Blaumeier-Vorstellung

Masken-Spektakel im „Licht-Luft-Bad“

Bremen. Die Masken-Gruppe des Blaumeier-Atelier hat zusammen mit vielen Unterstützern eine spektakuläre neue Aufführung erarbeitet. "Dem Himmel so nah“ wird Mitte Mai als Open-Air-Spektakel im "Licht-Luft-Bad" auf dem Stadtwerder zu erleben sein.
10.05.2010, 11:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Anne Gerling
Masken-Spektakel im „Licht-Luft-Bad“

Die Darsteller proben derzeit im Güterbahnhof.

Roland Scheitz

Bremen. Die Masken-Gruppe des Blaumeier-Atelier hat zusammen mit vielen Unterstützern eine spektakuläre neue Aufführung erarbeitet. "Dem Himmel so nah“ wird Mitte Mai als Open-Air-Spektakel im "Licht-Luft-Bad" auf dem Stadtwerder zu erleben sein.

„Der Natur folgen, sie nicht bezwingen“ – so lautete das Motto des Naturheilbewegungs-Pioniers Vincenz von Prießnitz. Sein Name steht für Wasserkuren und Luftbäder und ist auch mit dem 20000 Quadratmeter großen Licht- und Luftbad auf dem Bremer Stadtwerder eng verbunden, das der Verein Prießnitz in Bremen bewirtschaftet.

Um den Lauf der Natur geht es auch beim jüngsten Coup, der nun im Hause Blaumeierausgeheckt wurde und zu dem die üppige Naturkulisse mit grünen Wiesen und altem Baum- und Heckenbestand die Inspiration gegeben hat: 70 Maskenkünstler wollen sich an drei Abenden im Mai in dem verträumten Naturgelände aus einer anderen Zeit auf den Weg machen, um alt und greise zu werden.

„Dem Himmel so nah“ heißt die Inszenierung, in der mit dem Thema Alter in all seinen Variationen gespielt wird. Es geht um Marotten, Ticks, Freuden und Gebrechen. Trottelblume, Stelzen und Solisten Dafür wollen Blaumeiers gemeinsam mit der Maskengruppe Trottellumme, der „Stelzen-Sippe“ vom Kulturladen Huchting und zahlreichen Solokünstlern das „Licht-Luft-Bad“ (LiLuBa) in ein grandioses Freiluft-Bildertheater verwandeln, in dem die Zuschauer nach Belieben lustwandeln, verweilen und in unterschiedliche Szenerien eintauchen können.

Von den Jahren gezeichnet und gebeugt, aber mit kindlicher Freude, geben sich im Stück zum Beispiel betagte Maskenherren dem großen Traum ihres Lebens hin: Sie schrauben, hämmern und hobeln an einem wunderlichen Flugobjekt. Nebenan gönnt ein ergrautes Ehepaar mit Badeente den müden Knochen ein belebendes Bad, während andernorts Engel auf einem himmlischen Tummelplatz verzückt von Wolke zu Wolke hüpfen und verträumt schaukelnd über allen Dingen schweben. Maskenfiguren, ausdrucksstarkes poetisches Spiel und künstlerisch gestaltete Objekte in Verbindung mit Klang und Licht: Die Proben für das Spektakel an insgesamt 23 Spielorten auf dem LiLuBa-Gelände laufen auf Hochtouren.

So steht seit zwei Wochen in der Gleishalle im Güterbahnhof ein fünf Meter hohes und 31 Meter langes Himmelsgerüst, auf dem 13 alte, junge, fröhliche, freche oder nachdenkliche Engel für ihren rund zweistündigen Auftritt über den Wolken proben. Auch der wird auf dem LiLuBa-Tennisplatz zu sehen sein. Um sich an das Balancieren in der Höhe zu gewöhnen, erzählt die künstlerische Leiterin Lille May, sei die Truppe sogar im Hochseilgarten in Hannover gewesen. Dennoch falle es nicht allen Mitwirkenden leicht, mit Maske über eine Hängebrücke zu laufen oder auf einem beweglichen Sitz zu schweben. Auch sichere Plätze auf Balkonen Für diejenigen Darsteller, die unter Höhenangst leiden, gibt es aber auch sichere Plätze auf den Balkonen.

Und so gehen die Masken mit großer oder kleiner, feiner Geste gewitzte, verträumte, flirtende oder halsbrecherische Kommunikation ein. Watscheln wie ein Pinguin oder schleichen wie eine Katze: Zu ihren ganz eigenen und jeweils sehr charakteristischen Bewegungsformen sind die Darsteller in der Figurenarbeit über Tiere mit Simone Zinke gekommen. Geprobt wurden die individuellen Bewegungsabläufe zunächst ohne Maske. Mittlerweile halten alle auch mit Masken das Gleichgewicht. Einige der Engelsmasken waren übrigens schon beim Kirchentag zu sehen. Sie wurden nun speziell für ihre neuen Träger mit Schaumstoffeinlagen so ausgepolstert und angepasst, dass diese unter der „zweiten Haut“ auch garantiert gut sehen und atmen können. Nun hoffen alle auf gutes Wetter. Gespielt werde aber in jedem Fall, versichert Blaumeier-Sprecherin Hellena Harttung.

Das Stück ist in Zusammenarbeit mit Lagerhaus, Licht- und Luftbad und Shakespeare Company realisiert und durch die Sparkasse Bremen, Aktion Mensch sowie die Karin und Uwe Hollweg Stiftung erst ermöglicht worden. Vorstellungen von „Dem Himmel so nah“ gibt es am 13., 14. und 15. Mai jeweils ab 21.30 Uhr im „Licht-Luft-Bad“ auf dem Stadtwerder. Einlass ist ab 20 Uhr. Dauer zwei Stunden. Der Eintritt beträgt 15, ermäßigt 10 Euro. Vorverkauf über Shakespeare Company unter Telefon 500333 und Nordwest-Ticket unter Telefon 363636.

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