Bremer entwirft spontan Liedtexte

Mit Swing und Wortwitz

Bremen. Regnerisch, Werder, Altstadt, verschuldet. Wenn Hans Christian Klüver solche Begriffe hört, kann er daraus sopntan ein Loblied auf Bremen texten. Der selbsternannte "Mr Swing" aus Bremen ist diese Woche vermutlich sogar im Fernsehen zu sehen.
13.02.2013, 09:31
Lesedauer: 2 Min
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Von Jana Früh

Bremen. Regnerisch, Werder, Altstadt, verschuldet. Das sind einige der Begriffe, die unseren Redakteuren spontan zum Thema Bremen einfielen. Für Hans Christian Klüver bilden sie eine altbekannte, willkommene Herausforderung. Eine Viertelstunde braucht er absolute Ruhe, dann präsentiert er mit den vorgegebenen Wörtern ein Loblied auf Bremen.

Hans Christian Klüver ist Sänger, Texter, Entertainer, Nasenflötist, Moderator und DJ. Unter seinem Künstlernamen „Mister Swing“ stellt er jeden Montag ein Video ins Netz, in dem er zu der Melodie von bekannten Swing-Klassikern über Themen singt, die ihn aktuell beschäftigen. Das kann die Politik sein, sein eigenes Leben oder auch mal der Versuch, einen Freund zu verkuppeln: Mit seinem Video „Nina- bitte melde Dich!“ forderte er die Frau, die sein Freund auf einem gemeinsamen Konzert kennengelernt hatte auf, sich zu melden. „Und es hat geklappt, die beiden sind zusammen, die beiden sind glücklich. Also habe ich es tatsächlich schon geschafft, Menschen zusammen zu bringen“, erzählte Klüver.

Dass seine Texte authentisch sind und in gewisser Weise seine Ansichten und Erlebnisse wiederspiegeln, ist dem Bremer sehr wichtig. Dazu gehört es auch, auf die Wünsche und die Stimmung im Publikum zu reagieren. Bei Auftritten lässt sich der Sprachkünstler gerne auch mal Begriffe zurufen, die er dann spontan zu einem Lied verarbeitet. Diese Texte seien zwar nicht perfekt, aber da müsse das Publikum eben ein Auge zudrücken, findet Klüver: „Ich fange eine Zeile an und weiß nicht, wie sie zu Ende geht. Also kann das auch mal sein, dass das danebengeht. Das mache ich aber auch sehr gerne“.

Schon als Kind hatte er Spaß daran, seine Mitmenschen zu unterhalten und spielte gerne den Klassenclown. Auch seine Liebe zur Musik entdeckte er schon früh. Mit sechs Jahren fing er an Blockflöte zu lernen und durfte sich mit acht ein zweites Instrument aussuchen. Er wollte unbedingt Saxofon spielen lernen, irrte sich jedoch im Namen des Instruments. „Zu meinem Entsetzen war mein „Saxofon“ nicht golden und gebogen, sondern schwarz und gerade. Ich hatte gesagt, ich will eine Klarinette haben und dachte, das wäre ein Saxofon“, erinnert sich der Künstler lachend. Klarinette habe er dann trotzdem gelernt und sich das Saxofon-Spielen, genau wie das Singen, Schlagzeug, Gitarre, Bass und Nasenflöte später selbst beigebracht. Nasenflöte-Spielen funktioniert hierbei ein bisschen wie Pfeifen, nur dass die Luft, die der Spieler durch Nase einatmet, durch die Flöte in den Mund umgeleitet wird und so rund zwei Oktaven Töne erzeugen kann.

Heute ist das Ziel des zweifachen Vaters, die Zuschauer mit seiner Musik und seinen Texten mitzureißen und zu begeistern, wobei er sich selbst als Entertainer sieht. „Ich möchte gar nicht, dass die Leute hinterher sagen ‚Was für ein toller Sänger‘. Ich möchte gerne, dass die Leute sagen ‚Was für ein lustiger, schöner Abend.‘“

Um noch mehr Menschen zu erreichen, könnte sich der Künstler auch ein eigenes TV-Format vorstellen. Den Grundstein hat er schon mal gelegt: sein Freund und Kollege Martin Herrmann, der diese Woche bei „Das perfekte Dinner“ auf VOX zu sehen ist, bat ihn, für das Finale am Freitag als Partygast vorbei zu kommen und für die Gäste zu performen.

Ob sein „Mambo Italiano“ jetzt wirklich im Fernsehen zu sehen sein wird, weiß Klüver noch nicht genau, ist jedoch zuversichtlich. „Der Regisseur war begeistert und meinte, das wäre tolles Material", erzählt er und fügt mit einem Grinsen hinzu: „Mal sehen, ob es dann heißt ‚der tolle Mister Swing‘ oder ‚der Idiot mit der Nasenflöte.‘"

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