Ratskeller als Krimischauplatz Mord auf dem Herrenklo

Bremen. Unter dem Titel „Tod im Ratskeller – Böse bechern in Bremen“ hat der Bremer Krimistammtisch eine Anthologie veröffentlicht, die als eine literarische Hommage an den Ratskeller verstanden werden kann. Die 21 Geschichten spielen allesamt in den dicken Gemäuern des historischen Kellers.
20.08.2016, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Mord auf dem Herrenklo
Von Carolin Henkenberens

Bremen. Unter dem Titel „Tod im Ratskeller – Böse bechern in Bremen“ hat der Bremer Krimistammtisch eine Anthologie veröffentlicht, die als eine literarische Hommage an den Ratskeller verstanden werden kann. Die 21 Geschichten spielen allesamt in den dicken Gemäuern des historischen Kellers. Darin wird gemordet, von totgetrampelten Kindern erzählt und von Männern, die sich im Restaurant unter dem Rathaus fast prügeln. Immer dabei: Alkohol. Die Vorgabe an die Autoren war: Mindestens an einer Stelle muss der Ratskeller auftauchen, und zudem soll ein Getränk von der Karte des Ratskellers eine Rolle spielen.

„Wir hatten die Idee vor einem Jahr“, erzählt Jürgen Alberts, der zusammen mit Toby Martins das Buch herausgegeben hat. Neben den Bremer Autoren haben auch die Hamburger Schriftstellerin Regula Venske, die ostfriesische Krimi-Schriftstellerin Barbara Wendelken und Peter Gerdes vom Leda-Verlag mitgeschrieben. Der Geschäftsführer des Ratskellers, Arnd Feye, steuerte Rezepte bei.

Die Vorgaben scheinen es den Autoren nicht einfach gemacht zu haben. In einigen Krimis wirken die Dialoge mit dem Ober störend, weil sie das Geschehen dominieren. Auch lenkt es ab, wenn ein komplettes Gericht aus der Karte zitiert wird. Im Text von Anja Ulbig, in dem es um einen Heiratsschwindler geht, heißt es: „Sabine hatte mit dem Carpaccio vom Rind mit rotem Pesto, Rucola, Parmesan, Olivenöl, gereiftem Balsamico und Ciabatta geliebäugelt. Von Carpaccio allein wurde sie vielleicht nicht satt. Sie wählte schließlich Penne mit gebratenem grünen Spargel, frischen Tomaten, Pinienkernen, Pesto und Parmesan.“

Geschichten, die den Ort, das Getränk oder Essen beiläufig einfließen lassen, sind gelungener. Der Krimi von Holger Wittschen zum Beispiel. In seiner Geschichte hat ein Bremer Senator namens Sommerfeld „Scheiße am Stecken“. Ein Journalist bekommt Wind davon und wird prompt auf dem WC des Ratskellers ermordet. Spannend und schön geschrieben.

„Tod im Ratskeller“, erschienen im ostfriesischen Leda-Verlag, ist ab sofort im Handel und als E-Book erhältlich. Lesungen finden am 25. September, 1. und 8. Oktober im Ratskeller statt.
In einer früheren Fassung hatte es geheißen, die Geschichte über den Heiratsschwindler stamme von Regula Venske. Dies ist nicht der Fall. Wir bitten um Entschuldigung für diesen Fehler.
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