Aufführung im Metropol-Theater

Musical „Bodyguard“ feiert eine starke Premiere

Feuerfontänen, Whitney-Houston-Songs und überraschende Soundeffekte – das Musical „Bodyguard“ feiert eine gelungene Premiere im Metropol-Theater.
17.01.2020, 22:54
Lesedauer: 3 Min
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Musical „Bodyguard“ feiert eine starke Premiere
Von Elena Matera
Musical „Bodyguard“ feiert eine starke Premiere

Das Liebespaar: Soul-Diva Rachel Marron und ihr Bodyguard Frank Farmer, gespielt in Bremen von Marina Maniglio und Jo Weil.

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Ein Schuss ertönt, das Publikum zuckt zusammen. Drei Männer stehen auf der Bühne, einer von ihnen hält eine Waffe in der Hand. Zwei weitere Schüsse, dann wird es dunkel. Nur wenige Sekunden später: laute Musik, Tänzer mit freiem Oberkörper springen auf die Bühne, Feuerfontänen sprühen, und Soul-Diva Rachel Marron erscheint, gespielt von Marina Maniglio. Sie singt „Queen of the Night“ – der erste Song des Musicals „Bodyguard“, das am Donnerstag Premiere im Metropol-Theater in Bremen feierte.

Die Liebesgeschichte „Bodyguard“ um den erfolgsverwöhnten Popstar Rachel Marron und deren wortkargen Bodyguard Frank Farmer, der die Sängerin vor einem gefährlichen Stalker schützen soll, basiert auf den gleichnamigen Film aus dem Jahr 1992. Whitney Houston und Kevin Costner spielten die Hauptrollen auf der Filmleinwand. Allein in Deutschland lockte der romantische Thriller damals über sechs Millionen Zuschauer in die Kinos. Zehn Jahre später feierte das Musical „Bodyguard“ Weltpremiere in London. Seit Oktober vergangenen Jahres ist nun die aufwendige deutsche Inszenierung auf ihrer ersten großen Tournee, bis zum 26. Januar macht die Produktion in Bremen Station.

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Soul-Diva Rachel Marron wird eigentlich von der Musicaldarstellerin Asiata Blackman gespielt. Doch die ist zur Premiere in Bremen krank. Dafür springt ihr Ersatz ein: die Italienerin Marina Maniglio – mit Erfolg. Im Schauspiel überzeugt sie als verwöhnter Popstar vor allem in ihren Streitgesprächen mit Bodyguard Frank Farmer. Dieser wird von Jo Weil gespielt, bekannt aus der Fernsehserie „Verbotene Liebe“. (siehe Interview)

Im gesamten Musical singt er nur einen einzigen Song in einer Karaoke-Bar und sorgt mit den extra schief gesungenen Tönen für laute Lacher im Publikum. Weil stellt den wortkargen Bodyguard überzeugend dar – mit seiner oft statischen Haltung und seiner kontrollierten, fast schon hölzern wirkenden Art zu sprechen.

Maniglio glänzt mit ihrer Stimme

Maniglio und Weil harmonieren zwar auf der Bühne, dennoch nimmt man ihnen nicht so richtig die Rolle des Liebespaars ab. Dafür glänzt Maniglio aber mit ihrer starken Stimme. Ob „Greatest Love of All“, „Million Dollar Bill“ oder „Where Do Broken Hearts Go“ – Maniglio meistert jeden Song fehlerfrei. Insbesondere bei den Balladen überzeugt sie mit viel Gefühl.

Einer der Höhepunkte des Abends: Maniglio steht in einem eleganten Paillettenkleid auf einem Podest, das hochgefahren wird. Sie singt die berühmte Ballade „I Will Always Love You“, und man nimmt ihr dabei jedes Wort ab. Maniglio singt den Song mit viel Gefühl und Leidenschaft. Das Publikum dankt es ihr mit begeistertem Applaus und Jubelrufen.

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Auch die peruanische Darstellerin Andrea Del Solar, die Rachel Marrons Schwester Nicki Marron verkörpert, überzeugt gesanglich. Sie singt nicht einfach ihre Songs, sondern scheint sie wirklich zu durchleben. Nicki Marron muss als Schwester des Superstars immer wieder zurückstecken. Dabei schreibt sie selbst mit an Rachels Hits. Del Solar überzeugt mit ihrer Darstellung der sensiblen Künstlerin und verletzten Schwester. Nach „Saving All My Love“, ein Song, den sie in einer versteckten Bar singt, gibt es einzelne Bravo-Rufe aus dem Publikum. Im Musical „Bodyguard“ werden ausschließlich englische Songs aus dem gleichnamigen Film und weitere Werke von Whitney Houston, wie beispielsweise „One Moment in time“, gespielt. Die Musik wird von einer hervorragenden Live-Band begleitet, die das ganze Musical über nicht zu sehen ist und erst zum Schluss auf der Bühne erscheint.

Temporeiche Darstellung

Neben den musikalischen Höhepunkten glänzt das Musical vor allem durch die temporeiche Darstellung. Die schnellen Szenenwechsel sorgen dafür, dass immer etwas auf der Bühne los ist. In nur wenigen Sekunden wechselt man von der eleganten Villa des Popstars ins Aufnahmestudio und von dort gleich weiter zur Oscarverleihung. Neunmal wechselt Maniglio ihr Kostüm. Der kürzeste „Quick-Change“ dauert nur gut 15 Sekunden. Für Tempo und Spannung sorgen nicht nur die Szenenwechsel, sondern auch die vielen Tänzer. Mit Akrobatik und eleganten Bewegungen tanzen sie zu den berühmten Whitney-Houston-Songs. Hinzu kommen viele Soundeffekte, Lichtershows und Feuerfontänen, die immer wieder für Überraschungen sorgen und das Publikum das ein oder andere Mal zusammenzucken lassen.

Vielleicht ist es eben diesen Effekten und dem Tempo geschuldet, dass am Ende das Gefühl bleibt, dass das Stück viel zu schnell vorbeigegangen ist. Für die Darsteller gibt es vom Bremer Publikum Applaus und Standing Ovations. Das Musical-Team bedankt sich mit dem Song „I Wanna Dance With Somebody“ – es ist ein gelungener Auftakt für seine Zeit in Bremen.

Weitere Informationen

Das Musical „Bodyguard“ ist noch bis einschließlich 26. Januar im Metropol Theater
in Bremen zu sehen.

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